Energie AG OÖ will Smart-Meter schneller installieren

10. März 2017, 15:41
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Der neue Chef will ein Tariflabor einrichten und neue attraktivere und preisgünstigere Modelle für Strom und Gas kreieren lassen

Linz – Der neue Generaldirektor der Energie AG Oberösterreich, Werner Steinecker, hat den baldigen Start von einem "Tariflabor" angekündigt. Es soll neue attraktivere und günstigere Preismodelle für Strom und Gas zur Positionierung am Markt entwickeln, wie er in einer Pressekonferenz zu den strategischen Leitplanken des Unternehmens für die Zukunft am Freitag in Linz erklärte.

Das Tariflabor vereint die "klügsten Köpfe" aus dem eigenen Haus und soll zudem noch durch externe Experten angereichert werden. Alle dürfen "in alle Richtungen denken". So sollen für die Kunden neue Möglichkeiten an Modellen und Synergien entwickelt werden, die sich insbesondere durch den Rollout und Einsatz der Smart Meter bieten. Letztere sollen obendrein noch schneller – statt vom Gesetzgeber für Ende 2019 gefordert bereits bis Ende 2018 – großteils installiert sein.

Der Entkoppelung von Strom-Produktion und -Handel will Steinecker mit der Betonung der regionalen Erzeugung entgegentreten. Auf dem Markt würden zwar an die 90 Anbieter auftreten, der Großteil seien aber Handels- und Vertriebsplattformen, die nur Energiemengen ein- und wieder verkaufen. Doch der Strom, der verbraucht wird, sollte auch in relativer Nähe erzeugt werden. Ansonsten sei die Versorgungssicherheit in Gefahr. Deshalb werde unter anderem die Absicherung der volatilen, stark schwankenden Erzeugung mit erneuerbaren Energiequellen durch Speicher- und thermische Kraftwerke ein Thema sein.

Neues Gas- und Dampf-Kraftwerk

Steinecker wirbt damit, dass die Energie AG das bereits genehmigte Projekt eines Gas- und Dampf-Kraftwerkes in Riedersbach mit einer Leistung von 460 Megawatt in der Schublade habe. Derzeit sei die Verstromung von Gas aber nicht wirtschaftlich darstellbar. Doch in Deutschland sei der Atomausstieg für 2022 geplant und allein im süddeutschen Raum müssten 7.000 MW ersetzt werden. Deshalb sei man dort über Partnerschaften im Gespräch. Ein Baubeginn in Riedersbach wäre 2020 möglich. Die Netzanbindung nach Deutschland wäre auch in der Nähe. Obendrein gebe es Pläne für ein Pumpspeicherkraftwerk in Ebensee, für das die UVP vor dem Abschluss stehe.

Als Zukunftsmarkt für die EAG sieht Steinecker auch das Glasfasernetz. Alle 40 Wasserkraftwerke würden darüber gesteuert. Außerdem seien Hunderte Institutionen, Gemeinden, Krankenhäuser und Unternehmen in Oberösterreich an das Datennetz angeschlossen, das ein Up- und Download mit 100 MB biete. Allein in diesem Jahr haben durch Ausbau auch bis zu 10.000 Haushalte die Möglichkeit, sich ebenfalls anzuhängen. Die Energie AG sorgt zudem für die Infrastruktur und Versorgung eines Rechenzentrums, das die Schwarz-Gruppe errichtet, zu der unter anderem die Lebensmittelgruppe Lidl gehört. "Wir haben das notwendige Datennetz und eine sichere Stromversorgung – Voraussetzungen für ein Datencenter", sagt er. Deshalb werde in diesem Sinne auch mit weiteren international agierenden Unternehmen verhandelt. (APA, 10.3.2017)

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