Federico Axats "Mysterium": Ein Gehirn läuft Amok

13. März 2017, 10:19
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Im Buch des argentinischen Autors fließen Wahn und Wirklichkeit ineinander

"Teddy McKay wollte sich gerade eine Kugel in den Kopf jagen, als jemand stürmisch an der Tür klingelte". So beginnt Federico Axats Psychodrama, und Teddys sorgfältig vorbereitetes Ende wird zum Anfang.

Der Fremde, der den Suizid vereitelt, hat Teddy ein Geschäftsmodell vorzuschlagen. Teddy könnte seiner Familie zuliebe statt des Selbstvorwürfe erzeugenden Selbstmordes einen Mord vortäuschen. Dazu muss Teddy aber vorher einen Verbrecher umbringen, der straflos davongekommen ist, und so die Welt zu einem besseren Ort machen, das leuchtet Teddy ein. Aber nun beginnen Wahn und Wirklichkeit ineinanderzufließen.

Teddy, bei dem ein Gehirntumor – daher die Selbstmordabsicht – festgestellt wurde, glaubt, dass die Sinnesverwirrungen von seinem Gehirn erzeugt werden. Die Psychiaterin Laura bemüht sich, Licht in dieses Tohuwabohu zu bringen, doch es gibt Komplikationen. Der argentinische Autor zelebriert die Brüchigkeit der Wahrnehmung und packt das in einen ganz außergewöhnlichen Thriller. (Ingeborg Sperl, Album, 13.3.2017)

  • Federico Axat, "Mysterium". Deutsch von Matthias Strobel. € 22,70 / 428 Seiten. Atrium, Hamburg 2017
    foto: atrium

    Federico Axat, "Mysterium". Deutsch von Matthias Strobel. € 22,70 / 428 Seiten. Atrium, Hamburg 2017

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