Spieler lässt toten Schwager in "Elite Dangerous" auferstehen

10. März 2017, 10:17
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"Es gibt definitiv gute Argumente, die dagegen sprechen, aber was soll's, er war ein Gamer."

Zwei Jahre nach dem Tod seines Schwagers hat ein Spieler mit dem User-Namen Tuuvas die Möglichkeiten des Weltraumspiels "Elite Dangerous" genutzt, um seinen Freund virtuell wieder auferstehen zu lassen. Der 29-jährige Tuuvas aus San Diego teilte mit seinem Schwager die Leidenschaft für Videospiele, bevor dieser im Alter von 42 Jahren verstarb.

Mittels dem Charaktereditor Commander Creator konnte Tuuvas die physischen Eigenschaften und das Aussehen seines Schwager reproduzieren und ihn so zurück an Bord seines Raumschiffs holen. Unter Verwendung einer Virtual-Reality-Brille habe er so wieder das Gefühl, einen Raum mit seinem Freund zu teilen.

Zurück an seiner Seite

"Von dem Moment an, als ich meine Oculus Rift erhalten hatte, wollte ich lernen, gut genug in 3D zu modellieren, um meinen Schwager in die virtuelle Welt zu holen", schreibt Tuuvas in einem Blogeintrag auf Reddit. Mit professionellen Programmen sei er allerdings nicht über einen 3D-Apfel hinaus gekommen. Erst mit dem vergleichsweise unkomplizierten Spiel-Editor des Herstellers sei es ihm gelungen, sich seinen Traum zu erfüllen. "Dank Frontier Developments und VR war ich zum ersten Mal in zwei Jahren in der Lage, wieder neben meinem Schwager zu stehen. Sein Zuhause ist nun in den Sternen, dies also in 'Elite Dangerous' zu realisieren, passt daher ganz gut."

Tuuvas' Schwager in echt und im Spiel (Credit: Reddit / Tuuvas).

Ein kleiner Trost

In einem Interview mit der Seite Eurogamer erklärt Tuuvas, dass ihn die virtuelle Rekonstruktion von Menschen schon längere Zeit fasziniert hätte. Seit dem Tod seines Schwagers konnte er sich schließlich nicht mehr von der Idee lösen. "Nach seinem Tod schwirrte dieser Gedanke immerzu in meinem Hinterkopf. Es gibt definitiv gute Argumente, die dagegen sprechen, aber was soll's, er war ein Gamer. Er hätte es geliebt, in einer Spielwelt verewigt zu sein. Sollte das irgendwelche mentalen Konsequenzen für mich haben, werde ich mich später darum kümmern."

Er sehe das virtuelle Abbild schließlich nicht als Ersatz, sondern lediglich als weiteres Medium, das ihm dabei hilft, sich an seinen Freund zu erinnern. "Wir werden dich vermissen, Bruder. Bis in alle Ewigkeit." (zw, 10.3.2017)

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