Axtangriff in Düsseldorf: Täter in "psychischer Ausnahmesituation"

10. März 2017, 13:43
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Neun Menschen verletzt, Täter sprang von Brücke – Weiterer Angriff in Düsseldorf am Freitag

Düsseldorf – Nach dem Axtangriff am Düsseldorfer Hauptbahnhof hat die Polizei die Zahl der Verletzten nach oben korrigiert: Bei der Attacke am Donnerstagabend wurden neun Menschen, darunter zwei italienische Touristinnen, verletzt, einige von ihnen schwer, wie die Ermittler am Freitag mitteilten. Der Gesundheitszustand der schwer verletzten Opfer sei stabil. Zuvor hatte die Polizei von sieben Verletzten gesprochen.

Bei dem Täter handelt es sich nach Angaben der Beamten um einen 36-jährigen Mann, der "offenbar psychisch krank" sei. Es gebe Hinweise auf eine "paranoide Schizophrenie". Er war nach der Tat von einer Brücke in unmittelbarer Nähe des Hauptbahnhofs gesprungen und nach kurzer Flucht schwer verletzt festgenommen worden. Der mutmaßliche Täter, der in der Stadt Wuppertal wohnt, stammt laut Beamten aus dem Kosovo. Er kam 2009 nach Deutschland und besitzt eine Aufenthaltsgenehmigung aus humanitären Gründen.

Der Tatverdächtige soll am Donnerstagabend erst in einer S-Bahn und dann am Bahnhof wahllos mit einer Axt auf Passanten eingeschlagen haben. Einen islamistischen Hintergrund der Tat schließen die Ermittler aus. Der Hauptbahnhof wurde am Donnerstagabend für mehrere Stunden komplett gesperrt, der Zugverkehr eingestellt. Erst gegen 0.45 Uhr hoben die Behörden die Sperre wieder auf.

Der Mann war nach der Attacke auf dem Bahnhof über die Gleise gelaufen und dann von einer Brücke mehrere Meter tief auf eine Straße gesprungen. Dem Sprecher zufolge wurde er mit mehreren Knochenbrüchen in ein Krankenhaus gebracht. Die Polizei stellte eine Axt sicher.

Kein terroristischer Hintergrund

Laut Polizei hatte die Tat keinen terroristischen Hintergrund. Die Beamten seien von Anfang an davon ausgegangen, dass es sich um einen Amoklauf handle, hieß es am Freitag. Mittlerweile sei auch bestätigt, dass der Täter allein gehandelt habe. Alle weiteren Personen, die am Donnerstag kurzfristig festgenommen worden waren, seien wieder freigelassen worden.

Der Hauptbahnhof der Landeshauptstadt von Nordrhein-Westfalen war am Abend gesperrt worden, Züge fielen aus oder wurden umgeleitet. Die Polizei rückte mit schwerbewaffneten Spezialkräften an, der Bahnhof wurde evakuiert. Über dem Gebäude in der Innenstadt kreiste ein Hubschrauber. Augenzeugen beobachteten, wie Verletzte aus dem Bahnhof getragen wurden. Etliche Menschen wurden auch in Einsatzbussen der Feuerwehr behandelt. Erst nach Mitternacht wurde der Bahnhof wieder für den Zugverkehr freigegeben.

Größere Störungen im Berufsverkehr durch die Sperrung blieben am Freitag zunächst aus. "Momentan fahren die Züge planmäßig", sagte eine Sprecherin der Deutschen Bahn.

Weiterer Angriff am Freitag

Am Freitag hat in Düsseldorf ein unbekannter Täter einen Mann angegriffen und verletzt. Nach dem Verdächtigen werde gefahndet, sagte eine Polizeisprecherin am Freitag. Angaben der "Bild"-Zeitung, wonach der Angriff mit einer Machete erfolgt sein soll, bestätigte sie nicht.

Das Opfer des Angriffs befinde sich im Krankenhaus und schwebe nicht in Lebensgefahr, sagte die Sprecherin. Die Polizei hoffe, den Mann bald vernehmen zu können. Die Hintergründe seien völlig unklar. (APA, 10.3.2017)


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