ITB-Hotels und Städte verbünden sich gegen Airbnb

    9. März 2017, 15:42
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    Metropolen wie Barcelona oder Wien drängen darauf, den US-Anbieter stärker an die Leine zu nehmen

    Im Kampf mit der Übernachtungsplattform Airbnb um Gäste haben Hotelbetreiber neue Verbündete gefunden: Die Städte. Metropolen wie Barcelona oder Wien drängen nämlich darauf, den US-Anbieter stärker an die Leine zu nehmen. Dort ächzen Bewohner wegen des Touristenansturms unter Lärm und steigenden Mietpreisen.

    Gewaltige Marktveränderung

    Es gehe darum, die Ansprüche von Gästen und Einwohnern in Einklang zu bringen, sagt Klemens Himpele von der Stadt Wien auf der Reisemesse ITB. "Wir sind kein Museum, in der Stadt leben viele Leute." Das Wachstum der neuen Internet-Anbieter müsse in geordnete Bahnen gelenkt werden. Die Marktveränderung ist gewaltig. In Barcelona liege der Anteil der über Airbnb oder Rivalen wie Wimdu vermittelten Wohnungen an allen Übernachtungen bei 75 Prozent – nach 20 Prozent vor fünf Jahren, sagt Taleb Rifai, Generalsekretär der Reiseorganisation der Vereinten Nationen, UNWTO. "Das ist keine Sharing-Economy, sondern schlicht ein Geschäft." Die Antwort müsse vor Ort erfolgen, von den Urlaubsdestinationen.

    Informationsbroschüren in Wien

    Die Städte gehen unterschiedlich an die Vermittlungsplattformen heran. Wien habe etwa Informationsbroschüren für Gastgeber erstellt, um zu erklären, dass auch sie Kurtaxen und Steuern abführen müssen, sagt Himpele. Auf Malta versucht man es mit Anreizen für die Registrierung der Unterkünfte. "Gleichzeitig machen wir den Anbietern klar, dass sie außerhalb des Systems mit Sanktionen rechnen müssen", sagt Leslie Vella von Tourismusbüro des Inselstaats. Ganz anders sind die Erfahrungen im israelischen Tel Aviv. "Wir haben dank Airbnb neue Gäste gewonnen, die sich unsere Stadt vorher nicht leisten konnten." Eine Vertreterin von Airbnb sagt, dass es bei der Diskussion wichtig sei, gelegentliche Gastgeber von den Regularien her nicht mit Hoteliers gleichzusetzen.

    Und nach Ansicht von Rifai von der UNWTO steht der Aufstieg von Airbnb für ein symbolisches Problem der Reiseunternehmen und Hotels. "Unsere Branche ist nicht die innovativste." IT- und Internet-Unternehmen seien in der Hinsicht meilenweit voraus. "Wir reagieren meist nur." (Reuters, 9.3.2017)

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