99,9 Prozent der Stellen sind in Österreich nach fünf Monaten besetzt

10. März 2017, 06:00
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Über das AMS ausgeschriebene Jobs wurden im Vorjahr rasch besetzt

Wien – Firmen, die über das Arbeitsmarktservice (AMS) nach neuen Mitarbeitern suchen, finden nach wie vor binnen einiger Wochen geeignetes Personal. Das geht aus Zahlen des AMS hervor, die auf Anfrage des STANDARD ausgewertet wurden. Im Vorjahr sind über 95 Prozent der Stellen, die über das Arbeitsamt ausgeschrieben wurden, in weniger als drei Monaten besetzt worden.

Innerhalb von fünf Monaten waren 99 Prozent der beim AMS gemeldeten Stellen weg. Nur 0,04 Prozent der Jobs waren nach einem Jahr nicht vergeben. Etwas weniger als die Hälfte aller Stellen werden in Österreich über das AMS vergeben. Vor allem formal weniger Qualifizierte finden über diesen Weg oft ihren Job. Die Zahl der offenen Stellen war im Vorjahr so hoch wie seit 1992 nicht mehr. Sie sind Ausdruck eines steigenden Optimismus unter Unternehmern.

Der positive Trend hält statistisch auch dann an, wenn man die Stellen in Relation zur gestiegenen Beschäftigung setzt. Im Vorjahr ist die Zahl der beim AMS gemeldeten Jobs in Prozent der Beschäftigten auf 1,12 Prozent angewachsen. Das ist der höchste Wert seit 2007, dem Jahr vor der Krise. Weil heute Jobs öfters über das Arbeitsmarktservice vergeben werden als in der Vergangenheit, überzeichnet der Anstieg die positive Entwicklung aber etwas.

Während die Zahl der offenen Stellen in etwa wieder auf dem Niveau von vor der Krise liegt, ist der Wettbewerb für diese Jobs heute aber deutlich größer. Im Vorjahr kamen im Jahresdurchschnitt 8,9 Arbeitslose auf eine beim AMS gemeldete Stelle. Damit hat sich die Situation deutlich entspannt, im Jahr davor waren es noch 12,1 Arbeitslose pro Stelle. 2007 lag der Wert aber nur bei 5,7. Österreichs Wirtschaft schafft also mehr Jobs, weil immer mehr Frauen, Ältere und Zuwanderer einen suchen, reicht das aber bei weitem nicht aus. (Andreas Sator, 10.3.2017)

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