Deutschmangel: Keine Genehmigung für "Kebab-Ali" in Wiener Neustadt

9. März 2017, 11:29
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Der Bescheid für den Stand von Alihan Turgut soll nicht verlängert werden, weil der Bürgermeister eine "Parallelgesellschaft" ortet

Wiener Neustadt / Wien – Seit nunmehr elf Jahren verkauft Alihan Turgut bereits Kebab, Dürüm und Veggie-Sandwiches am Hauptplatz von Wiener Neustadt. Seit Anfang des Jahres wird der Hauptplatz neu gestaltet und der "Marienmarkt" errichtet. Den in den 90er-Jahren eingewanderten Mann, lokal bekannt als "Kebab-Ali", trifft das hart: Er hat keine Genehmigung für einen neuen Marktstand erhalten. Der zuständige FPÖ-Marktstadtrat Udo Landbauer bestätigt gegenüber den "Niederösterreichischen Nachrichten", dass der Ende 2016 ausgelaufene Bescheid nicht verlängert werde.

Bürgermeister Klaus Schneeberger (ÖVP) stellt sich hinter die Entscheidung Landbauers und rechtfertigt sie mit dem "definierten Produktmix", der keinen Platz mehr für einen mobilen Kebabstand vorsehe. Zumal die "Optik des Standes nicht dem entspricht, was wir uns für das Herz der Stadt vorstellen", sagt der Bürgermeister.

Einen Ersatzplatz am Hauptplatz hat Turgut trotz mehrmaliger Anfrage nicht bekommen. "Wenn Herr Turgut allerdings einen alternativen Standort außerhalb der Innenstadt vorschlägt, werden wir diesen sicher prüfen", sagt Schneeberger.

"Parallelgesellschaft, die wir nicht wollen"

Auf "NÖN"-Anfrage nennt der Bürgermeister noch andere Gründe. So sehe er es kritisch, dass Turgut nicht ausreichend Deutsch spreche und bei Gesprächen daher einen Dolmetscher benötige. Das sei genau jene Parallelgesellschaft, die man in Wiener Neustadt nicht brauche und auf öffentlichem Gut nicht wolle, so Schneeberger.

Die Wiener Neustädter Grünen sehen damit eine politisch motivierte Aktion bestätigt und haben eine Petition für "Kebab-Ali" ins Leben gerufen. (red, 9.3.2017)

  • Das soll es nach Wunsch von ÖVP und FPÖ nicht mehr am Hauptplatz von Wiener Neustadt geben.
    foto: reuters/stephane mahe

    Das soll es nach Wunsch von ÖVP und FPÖ nicht mehr am Hauptplatz von Wiener Neustadt geben.

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