Brexit: May feuert prominenten Berater

8. März 2017, 19:16
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Michael Heseltine hatte im Oberhaus für einen Zusatz zum Gesetzesentwurf für einen EU-Austritt gestimmt

London – Die britische Premierministerin Theresa May hat einen prominenten Regierungsberater wegen dessen Abweichen von der Regierungslinie in der Brexit-Politik entlassen. Michael Heseltine hatte am Dienstag im Oberhaus mit dazu beigetragen, dass May mit ihrem Brexit-Gesetz einen weiteren Rückschlag erlitt.

Der ehemalige Verteidigungsminister und Vizepremier stimmte als einer von 13 konservativen Lords dafür, dem Parlament durch einen Zusatz in der Brexit-Gesetzesvorlage das letzte Wort über den EU-Austritt zu überlassen.

Überrascht

Heseltine zeigte sich am Mittwoch im Radiosender BBC überrascht über die plötzliche Entlassung. Schließlich sei seine Haltung zum EU-Austritt Großbritanniens schon lange bekannt gewesen. Der 83-jährige Lord hatte in den vergangenen sechs Jahren als Berater der Regierung gearbeitet und wurde am Dienstagabend entlassen.

Heseltine bekräftigte gegenüber der BBC seine Ablehnung des EU-Austritts: "Meiner Meinung nach ist das Ergebnis des Brexit-Referendums das schrecklichste, das dieses Land in seinen Friedenszeiten erlebt hat." Großbritanniens Zukunft sei untrennbar verwoben mit der Zukunft seiner europäischen Verbündeten. Heseltine verweigerte sich im Gespräch mit dem Radiosender jedoch der Interpretation, seine Entlassung stelle eine Einschüchterungsmaßnahme für Kritiker in den Reihen der konservativen Tories dar.

Heseltines Parteifreund Steve Baker unterstützte die Entscheidung der Premierministerin. "Wir können keine Regierungsberater haben, die sich öffentlich gegen die Regierung aussprechen", erklärte der Abgeordnete.

Die ergänzte Gesetzesvorlage zum Beginn des Brexit-Verfahrens geht nun zurück an das Unterhaus, das kommende Woche darüber debattieren soll. Das Unterhaus kann den Zusatz wieder streichen. (APA, 8.3.2017)

  • Michael Heseltine stimmte gegen seine Parteilinie
    foto: apa/afp/leal

    Michael Heseltine stimmte gegen seine Parteilinie

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