Neue Maße und einheitliche Legierung für Sammlermünzen

12. März 2017, 09:00
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Eine für Sammler wichtige Neuerung wird peu à peu von der Münze Österreich umgesetzt: die Umstellung von Gramm auf Unzen sowie auf Sterlingsilber

Wien – Eine recht umfangreiche Umstellung läuft derzeit bei der österreichischen Münzprägestätte, der Münze Österreich. Euromünzen in Gold und Silber, die bisher in Gramm geprägt wurden, werden künftig in der international üblichen Maßeinheit von Unzen herausgegeben.

Bei der Münze erklärt man die derzeit laufende Umstellung damit, dass so die Vergleichbarkeit, insbesondere international, größer wird. "Das Unzenmaß ist international üblich", heißt es dazu. Auch sei Sterlingsilber Ag 925 "eine sehr anerkannte Legierung". Bisher waren die Silberlegierungen für die einzelnen Silbermünzen unterschiedlich.

Branche ist skeptisch

Ob die Münze Österreich mit der Umstellung auf Unzen glücklich wird, bleibt abzuwarten. In der Branche heißt es, dass dies "für den österreichischen Markt, der ja der wichtigste ist, nicht notwendig gewesen wäre", sagt Hans Dieter Rauch, ein Wiener Münzhändler.

Denn natürlich wird die internationale Vergleichbarkeit – wie viel zahle ich pro Unze – größer. Und da bei Silbermünzen seit dem letzten Sparpaket seit 2016 ein 20-prozentiger Mehrwertsteuersatz anfällt, sind die seither natürlich teurer. Die erste Silbermünze im Unzenformat (Zweidrittelunze) wurde zu 20 Euro mit dem Titel "175 Jahre Wiener Philharmoniker" im Jänner aufgelegt. Anfang dieser Woche kostete sie bei der Münze 59,40 Euro. Euromünzen in Gold sind nach wie vor steuerfrei.

Auch dank Onlinehandels wolle man so vermehrt internationales Publikum – "von Südkorea bis China" – ansprechen, erläutert Münze-Sprecherin Andrea Lang.

Die Stars der österreichischen Münzprägungen, die Philharmoniker, wurden schon bisher ausschließlich in Unzen in Verkehr gebracht, und zwar sowohl der Silber- als auch der Gold-Philharmoniker.

Gängige Silberlegierung

Bei der Münze Österreich wird versichert, dass es durch die Umstellung zu keiner Verteuerung bei Sammlermünzen kommt. Auch wenn beispielsweise die 50-Euro-Münze in Gold bisher zehn Gramm wog und künftige Ausgaben der 50-Euro-Münze im Gewicht einer Viertelunze daherkommen – was umgerechnet nur 7,78 Gramm sind. Den Preiskalkulationen liegen die Preise zum Zeitpunkt des Einkaufs für das Edelmetall zugrunde, heißt es vonseiten der Münze. Verrechnet wird nun das verwendete Material. "Im Idealfall kann es passieren, dass man eine Münze sogar günstiger bekommt", sagt Lang.

Auch bei der nun einheitlich verwendeten Legierung Ag 925 (Sterlingsilber) sei man international vergleichbarer. Sterlingsilber besteht zu 92,5 Prozent aus reinem Silber und 7,5 Prozent aus anderen Metallen, normalerweise Kupfer. Der Feingehalt beträgt also 925/1000. "Sterlingsilber ist überall bekannt, bei Münzen und bei Schmuck", erläutert Lang.

Eine einzige Ausnahme gibt es: die 25-Euro-Silber-Niob-Münzen, die einen Ring aus Silber Ag 900 haben. (Johanna Ruzicka, 12.3.2017)

  • Nur die 25-Euro-Silber-Niob-Münzen werden nicht auf Sterlingsilber umgestellt.
    foto: michael stelzhammer

    Nur die 25-Euro-Silber-Niob-Münzen werden nicht auf Sterlingsilber umgestellt.

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