FPÖ Niederösterreich für nachhaltige Bejagung der "Fischotterplage"

8. März 2017, 16:33
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Die Petition gegen den Abschuss von 40 Fischottern hat bereits mehr als 15.800 Unterstützer

St. Pölten – Die geplante Tötung von 40 Fischottern bis Sommer 2018 in Niederösterreich sorgt weiterhin für Diskussionen. Die FPÖ NÖ erklärte in einer Aussendung, die "Fischotterplage" müsse "nachhaltig eingedämmt werden". Eine Petition gegen den Abschuss der geschützten Tiere verzeichnete am Mittwoch mehr als 15.800 Unterstützer. Tierschutzlandesrat Maurice Androsch (SPÖ) sprach sich gegen eine Tötung aus.

Landesrat Stephan Pernkopf (ÖVP) hatte angekündigt, per Bescheid die "Entnahme" von 40 Individuen temporär zu erlauben. Derzeit gibt es nach Angaben der Naturschutzabteilung des Landes rund 800 Fischotter in Niederösterreich. "Der Fischotter hat keinen natürlichen Feind, deshalb muss er tatsächlich nachhaltig bejagt werden, einmalige Scheinmaßnahmen a la ÖVP-Pernkopf werden uns auf Dauer nicht weiterhelfen", meinte FPÖ-Klubobmann Gottfried Waldhäusl.

"Die Bestände wachsen überdurchschnittlich schnell an und die Teichbesitzer haben seit Jahren massive Schäden zu beklagen", teilte Waldhäusl am Mittwoch mit. Das Anwachsen der Otterbestände stelle für Teichwirte "ein ernsthaftes betriebswirtschaftliches Problem" dar, hieß es in der Aussendung weiter. "Für kleinere Betriebe ist das existenzgefährdend", erklärte der freiheitliche Klubobmann.

Dabei hatte Pernkopf bereits einen Ausbau an Präventivmaßnahmen für Teichbesitzer zugesagt. Dazu gehört etwa eine Aufstockung des Budgets für Elektrozäune.

SPÖ fordert Prüfung von Alternativen

Landesrat Maurice Androsch lehnte die geplante "Entnahme" von Individuen ab. "Aus Sicht des Tierschutzes wären alle Möglichkeiten der Schadensvorbeugung auszuschöpfen", hielt Androsch fest. "Für die Tötung eines Fischotters fehlen laut dem Landesrat "aus Sicht des Tierschutzes noch entsprechende Entscheidungsgrundlagen", meinte die SPÖ NÖ nach einem Treffen mit Vertretern von WWF und Vier Pfoten am Wochenende. Androsch forderte, noch Alternativmaßnahmen zu prüfen.

Tier- und Naturschutzorganisationen haben sich gegen die Tötung von Fischottern ausgesprochen. In einer Petition forderten WWF und Vier Pfoten die sofortige Rücknahme der Abschusspläne. Zudem wurde an Landesrat Pernkopf appelliert, eine "sorgfältige Untersuchung zur Klärung der Ursachen für den Rückgang der Fischbestände" zu veranlassen. (APA, 8.3.2017)

  • Schmatz. In den vergangenen Jahren wurden viele nicht heimische, schnell wachsende Fischarten ausgesetzt, die für den Fischotter leichter zu fangen sind. Dazu gehört etwa die amerikanische Regenbogenforelle. Das soll nun nach Plänen des Landesrats ein Ende haben.
    foto: ap/steffen schmidt

    Schmatz. In den vergangenen Jahren wurden viele nicht heimische, schnell wachsende Fischarten ausgesetzt, die für den Fischotter leichter zu fangen sind. Dazu gehört etwa die amerikanische Regenbogenforelle. Das soll nun nach Plänen des Landesrats ein Ende haben.

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