Gladbach-Spiel als letzte Chance für Schalke

8. März 2017, 15:10
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Schöpf: "Dürfen jetzt nicht in Selbstmitleid verfallen" – Lyon gegen Roma als zweiter Heuler

Gelsenkirchen/Wien – Europa oder Nichts. Schalke 04 steht vor dem Europa-League-Duell mit Borussia Mönchengladbach, dem 35. deutschen Duell im Europacup, an einer Weggabelung. Schafft der Revierclub den Einzug ins Viertelfinale in den Partien gegen den deutschen Konkurrenten nicht, ist das Fußballjahr endgültig völlig verkorkst. "Wir müssen alles reinhauen", appellierte Mittelfeldspieler Alessandro Schöpf an seine Kollegen.

Der Druck für die Königsblauen vor dem Achtelfinal-Hinspiel am Donnerstag (21:05 Uhr/live Puls4 und Sky) in der Veltins-Arena ist groß. Beim Bundesliga-Treffen fünf Tage zuvor in Gladbach, das die Gastgeber mit 4:2 gewannen, waren die Kräfte derart einseitig verteilt, dass den Schalker Fans angst und bange wurde.

Ligafrust auf Schalke

Erschwerend hinzu kommt, dass der Tabellen-13. nur noch vier Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz 16 aufweist, nun mitten im Abstiegskampf steckt und zuvor im Cup gegen Bayern München (0:3) genauso chancenlos war. "Es ist keine einfache Situation, frustrierend", beschrieb Schöpf die Stimmungslage in Gelsenkirchen.

Der Tiroler forderte seine Mitspieler dazu auf, "alles reinzuhauen, um einen Fight abzuliefern". "Wir dürfen jetzt nicht in Selbstmitleid verfallen. Jeder muss wirklich Vollgas geben und versuchen, die zwei Spiele zu gewinnen. Wir haben schon gezeigt, dass wir gut Fußball spielen können", betonte Schöpf. Der 23-Jährige zählt wie sein österreichischer Landsmann Guido Burgstaller, der in der Winterpause verpflichtet wurde, zu den wenigen Profis, die sich selbst kaum etwas vorzuwerfen haben.

Gladbach aktuell im Stimmungshoch

Den Borussen fällt das Leben derzeit leichter. Mit dem neuen Coach Dieter Hecking hat der Club seit Jahresbeginn von elf Pflichtspielen acht gewonnen und nur zwei verloren. Zuhause gegen AC Fiorentina patzten die "Fohlen" ebenso wie gegen RB Leipzig. Im Cup steht die Borussia im Halbfinale, und in der Bundesliga hat sie nach der Erfolgsserie wieder Tuchfühlung zu den Europacup-Rängen.

Vor diesem Hintergrund ist es kein Wunder, dass die Stimmung vor Teil zwei der Serie gegen Schalke auf einem Höhenflug ist. "Es war gut, dass wir die erste Begegnung gegen Schalke gewonnen haben. Der Sieg ist gut für den Kopf", meinte Fabian Johnson vor dem ersten Aufeinandertreffen von Schalke und Mönchengladbach in einem europäischen Wettbewerb.

Lyon gegen Roma als zweiter Heuler der Runde

800 Kilometer weiter südlich empfängt der französische Tabellen-Vierte aus Lyon die im Bewerb auswärts noch ungeschlagene AS Roma. Die Römer, in der Liga aktuell erster Juve-Verfolger, hatten in der Europaleague zuletzt zuhause gegen Villareal (0:1) das Nachsehen, stiegen aber aufgrund des fulminanten Hinspielsieges (4:0) auf. Die Franzosen ihrerseits überrollten im Sechzehntelfinale AZ Alkmaar mit einem Gesamtscore von 11:2. Vor allem die kämpferischen Tugenden Lyons geben Roma-Coach Luciano Spalletti Anlass zur Sorge: "Sie schenken keinen Zentimeter her".

ManUnited warnt seine Fans

Von Sorgen abseits des Platzes wird Manchester United geplagt. Der englische Fußball-Rekordmeister gilt vor dem Achtelfinalhinspiel in Rostow zwar als klarer Favorit, hat aber Angst um seine mitreisenden Fans, denen im Vorfeld der Partie ausdrücklich empfohlen wurde, nicht alleine zu reisen und keine Vereinsfarben zu tragen.

Hintergrund für die Empfehlung sind die gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen englischen und russischen Anhängern im vergangenen Jahr während der Europameisterschaft in Frankreich sowie die Ankündigung russischer Hooligans, man werde es bei der Weltmeisterschaft 2018 in Russland auf englische Fans absehen. (APA/dpa, sid, red, 8.3.2017)

Donnerstag, 9. März:

FC København – Ajax Amsterdam (19.00 Uhr)
FK Rostov – Manchester United (19.00)
APOEL Nikosia – RSC Anderlecht (19.00)
Celta – FK Krasnodar (21.05)
FC Schalke 04 – Borussia Mönchengladbach (21.05)
Olympique Lyon – Roma (21.05)
Olympiacos Piräus – Beşiktaş Istanbul (21.05)
KAA Gent – KRC Genk (21.05)

  • Guido Burgstaller (li.) und Alessandro Schöpf haben sich trotz des aktuellen Schalke-Tiefs wenig vorzuwerfen.
    apa/afp/patrik stollarz

    Guido Burgstaller (li.) und Alessandro Schöpf haben sich trotz des aktuellen Schalke-Tiefs wenig vorzuwerfen.

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