Salzburgs Nachwuchs sorgt für Furore

8. März 2017, 11:56
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Der Nachwuchs von Red Bull Salzburg konzertiert weiter mit den Größen des europäischen Fußballs. Im Halbfinale der Uefa Youth League prüfen die Zukünftigen des FC Barcelona die Akademiker des österreichischen Meisters

Salzburg/Nyon – Manchester City, Paris Saint-Germain, Atlético Madrid – der Speisezettel, den die Unter-19-Auswahl von Red Bull Salzburg in den vergangenen Wochen abarbeitete, war über viele Jahre das Wunschmenü für die Profiabteilung des Salzburger Fußballprojekts von Dietrich Mateschitz. Allein, mit der Champions League wollte es bisher ja nicht klappen.

Und auch die Youth League, deren Halbfinale die sogenannten Jungbullen nach dem 2:1-Heimsieg über Atlético vom vergangenen Dienstag nun schmücken, wurde auch erst durch eine Reglementänderung zu einer Präsentationsmöglichkeit für den Nachwuchs des österreichischen Serienmeisters. Seit der Saison 2015/16 sind nicht mehr nur die Eleven der an der Gruppenphase der Champions League beteiligten Klubs, sondern auch die 32 Jugendmeister der stärksten Nationen nach dem europäischen Klubkoeffizienten spielberechtigt.

Umso bemerkenswerter ist Salzburgs Vorstoß unter die besten vier, denn der einzuschlagende Meisterweg ist unter Umständen steiniger als die Gruppenphase des Champions-League-Weges. Salzburg hatte das Glück, für die beiden Qualifikationsrunden Kontrahenten mit vergleichsweise schwächerer Jugendarbeit zu ziehen – für die Red-Bull-Akademiker aus Liefering waren Vardar Skopje aus Mazedonien (Gesamtscore: 8:0) und Qairat Almaty aus Kasachstan (9:1) keine Gegner. Deutlich härter war es gegen ManCity im Playoff, das in einem Spiel nach einem 1:1 im Elfmeterschießen entschieden wurde. Beim reichsten Klub Englands muss die Nachwuchspflege nicht oberste Priorität genießen. Allerdings kamen die jungen Citizens erst in die Verlegenheit auf Salzburg zu treffen, weil in ihrer Gruppe der Nachwuchs des FC Barcelona nicht zu biegen gewesen war. Der kommt aus der legendären Akademie La Masia und durchaus nicht nur aus Barcelona und Umgebung, wie das Beispiel Lionel Messi verdeutlicht.

Salzburgs U19-Coach Marco Rose hat den Vorzug, nicht nur mit den besten Österreichern, sonder auch mit exzellenten Nichtösterreichern arbeiten zu können. Aus seinem Ensemble sticht etwa Mergim Berisha heraus. Der 18-jährige Albaner hat in 450 Spielminuten Youth League sieben Treffer erzielt. Er steht auch für Roses zweiten Vorteil. Der einstige Bundesligaverteidiger von Mainz hat Spieler zur Verfügung, die mit Liefering in der zweiten österreichischen Erwachsenenspielklasse engagiert sind. Berisha zählt zum Stamm, in dieser Saison erzielte er schon elf Tore. Sein Kapitän Xaver Schlager hat sogar schon elfmal für Salzburg in der Bundesliga gespielt – übrigens vor zwölf Tagen daheim gegen Mattersburg vor weniger Zusehern, als am Dienstagnachmittag die Youth-League-Partie gegen Atlético hatte (5034 zu 5380).

Die Kritik an der Youth League – sie überfordere Nachwuchsspieler, die zum Teil ja noch Schule und Karriere unter einen Hut bringen müssen – ist noch nicht verstummt. In Salzburg ist sie kein Thema. Und Coach Rose möchte auch noch nicht über das Match gegen Barcelona am 21. April in Nyon reden, dem drei Tage später ebenda das Finale folgt. "Ich bin einfach glücklich, dass sich meine Spieler ein weiteres Mal mit den besten Jugendspielern Europas messen." (APA, lü, 8.3.2017)

  • Mit dem Barcelona-Nachwuchs aus La Masia steht den Jungbullen nun eine der namhaftesten Fußballschulen der Welt gegenüber.
    apa/barbara gindl

    Mit dem Barcelona-Nachwuchs aus La Masia steht den Jungbullen nun eine der namhaftesten Fußballschulen der Welt gegenüber.

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