In der Schülervertretung sind Frauen in der Unterzahl

8. März 2017, 18:14
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Die Aktion kritischer Schüler hat das Geschlechterverhältnis innerhalb der Schülervertretungen analysiert: je höher die Position, desto weniger Frauen

Frauen sind nicht nur in politischen und wirtschaftlichen Führungspositionen unterrepräsentiert. Bereits in den österreichischen Schülervertretungen sind weniger Frauen vertreten. Die Aktion kritischer Schüler (AKS) hat anlässlich des Weltfrauentags das Geschlechterverhältnis in den österreichischen Schülervertretungen genauer analysiert.

Und auch hier gilt: je höher die Position, desto weniger Frauen sind vertreten. So sind lediglich rund 37 Prozent der Schulsprecher weiblich, obwohl sie an allen für die Erhebung analysierten Schultypen – allgemeinbildende (AHS) und berufsbildende mittlere und höhere Schulen (BMHS) – die Mehrheit stellen. Dieser Umstand sei aber nicht, so die Analyse, auf mangelndes Interesse der Frauen zurückzuführen. Denn bei den Kandidaten sowohl an AHS als auch an BMHS sei das Geschlechterverhältnis noch nahezu ausgeglichen.

Wird zwischen AHS und BMHS differenziert, zeigt sich folgendes Bild: Knapp 53 Prozent der Schüler an den AHS sind weiblich, von den Schulsprechern sind aber nur 32 Prozent Frauen. Betrachtet man die Ebene der Landesschülervertretung, so findet man einen Frauenanteil von gut 42 Prozent. Die Landesschülervertretung setzt sich je nach Bundesland aus vier bis zehn aktiven Mitgliedern inklusiver der drei Landesschulsprecher pro Bundesland zusammen. Für die Landesschülervertretung kandidieren können aktive Mitglieder der Schülervertretungen, wählen können dann aber nur amtierende Schulsprecher.

Ähnliches Bild an BMHS

Im BMHS-Bereich gibt es ebenfalls mehr Schülerinnen als Schüler. Die Anzahl weiblicher Schulsprecher liegt nur bei 43 Prozent. Je höher die Vertretungsebene wird, desto weniger Frauen finden sich in den Gremien wieder. So sind von den neun Landesschulsprechern der verschiedenen Bundesländer lediglich drei weiblich.

Da sich die Bundesschülervertretung (BSV) aus den Landesschulsprechern zusammensetzt, ist es für die AKS umso wichtiger, junge Frauen schon auf der untersten Ebene bewusst zu fördern und zu stärken, um auch in der BSV, die derzeit einen Frauenanteil von 28 Prozent aufweist, das Geschlechterverhältnis zu verbessern.

Die AKS könnte sich dafür auch eine Quotenregelung für sämtliche Schülervertretung vorstellen. Ein anderer Vorschlag lautet, dass nach einem männlichen Schulsprecher ein weiblicher folgen muss. (ost, 8.3.2017)

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