Verbund verdoppelt 2016 Nettogewinn

8. März 2017, 08:14
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Angehobene Ergebnisziele werden leicht übertroffen, Dividende wird auf Niveau 2014 zurückgefahren

Wien – Der führende heimische Stromkonzern Verbund hat voriges Jahr dank einiger Sondereffekte den Nettogewinn wie geplant mehr als verdoppelt und auch operativ deutlich besser verdient. Unterm Strich verdiente der Verbund mit 424 Mio. Euro um 104 Prozent mehr, bereinigt betrug das Plus noch immer 21 Prozent auf 326 Mio. Euro. Als Dividende sind 29 Cent je Aktie geplant, nach 35 Cent/Aktie für 2015.

grafik: apa

Mit dem Nettogewinn und einem EBITDA von 1,044 Mrd. Euro (+17,5 Prozent) hat der Verbund seine zuletzt kurz vor Weihnachten erneut angehobene Ergebnisprognose leicht übertroffen und auch die Analystenerwartungen erfüllt. Bereinigt um Einmaleffekte stieg das EBITDA trotz marktbedingt weiter gesunkener Absatzpreise um 6,6 Prozent auf 895 Mio. Euro, wie der Verbund Mittwochfrüh vor dem Bilanzpressegespräch mitteilte. Die geplante Ausschüttung von 0,29 Euro je Aktie – befinden soll darüber die HV am 5. April – entspricht 30,9 Prozent Ausschüttungsquote bezogen aufs bereinigte Konzernergebnis.

Für 2017 gibt sich der Verbund im Ausblick mit einem EBITDA-Ziel von rund 800 Mio. Euro und einem angepeilten Konzernergebnis von rund 280 Mio. Euro – auf Basis einer durchschnittlichen Wasser- und Windkraft-Eigenerzeugung – bescheiden.

Ergebnisverbessernd ausgewirkt haben sich 2016 neben einer besseren Wasserführung die Bereinigung zweier offener Mellach-Punkte als Einmaleffekte sowie die Kostensenkungs- und Effizienzsteigerungsmaßnahmen, bessere Ergebnisse im thermischen Bereich, ein höheres Netz-Ergebnis sowie eine Reduktion im Zinsaufwand. Zuletzt einigte sich der Verbund mit der Energie Steiermark über offene Themen zur Fernwärme-Lieferung aus dem Steinkohlekraftwerk Mellach, davor war man sich bereits mit der OMV-Tochter EconGas zu Mellach-Gaslieferungen für das Kombikraftwerk handelseins geworden. Der wesentlichste negative Einmaleffekt betraf die Wertminderung der Windparks in Rumänien.

Über sieben Prozent mehr Stromabsatz

Der Wasserkraft-Erzeugungskoeffizient des Stromkonzerns lag 2016 mit 1,00 genau am langjährigen Mittel, 2015 hatte er lediglich 0,93 Prozent betragen. Der Stromabsatz des Konzerns kletterte voriges Jahr auf 55.189 (51.375) GWh, ein Plus von 7,4 Prozent, geht aus dem Geschäftsbericht von Mittwoch hervor.

Die Umsatzerlöse des Konzerns gingen um 5,9 Prozent auf 2,796 Mrd. Euro zurück, Analysten hatten im Mittel 2,94 Mrd. Euro erwartet. Die Verbund-Aktien eröffneten am Mittwoch an der Wiener Börse spürbar schwächer. Nach einer Viertelstunde standen sie mit 16,1 Euro um 1,89 Prozent tiefer, der ATX war zu dem Zeitpunkt unverändert.

Der Absatz an Endkunden wuchs um 25,8 Prozent auf 11.255 GWh, jener an Weiterverteiler um 6,5 Prozent auf 25.906 GWh. Die Zahl seiner Endkunden gibt der Verbund für 2016 mit 392.000 an, nach 364.000 im Jahr 2015 und 325.000 im Jahr 2014. An Händler wurde 2016 mit 18.028 GWh um 0,5 Prozent weniger Strom abgegeben. Mehr als die Hälfte des Stroms (53 Prozent) setzte der Verbund mit 29.107 GWh (+6,4 Prozent) in Österreich ab, gefolgt von 21.394 GWh (+9,0 Prozent) in Deutschland und 3.847 GWh (+5,6 Prozent) in Frankreich.

Die Stromerlöse des Verbund sanken 2016 um 122,6 Mio. Euro auf 2,214 Mrd. Euro. Dafür werden die im weiter gesunkenen Strom-Großhandelspreise verantwortlich gemacht. Die durchschnittlichen Absatzpreise fielen laut Geschäftsbericht von 35,0 auf 31,0 Euro je Megawattstunde (MWh).

Bei der Stromaufbringung verzeichnete der Verbund einen Zuwachs um 6,5 Prozent auf 58.855 GWh, davon entfielen 31.995 GWh (+2,4 Prozent) auf die Eigenerzeugung, der Rest auf Fremdbezug Handel & Vertrieb sowie Fremdbezug Verlust- und Regelenergie. Bei der Eigenerzeugung gab es bei Elektrizität aus Wasserkraft ein Plus von 6,1 Prozent auf 29.809 GWh (inkl. Bezugsrechte), bei Wärmekraft stand mit 1.351 GWh ein Minus von 40,2 Prozent, bei Windkraft ein Rückgang um 5,4 Prozent auf 836 GWh. (APA, 8.3.2017)

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