Hypo-Großkunde Klausner setzt Abverkauf fort

7. März 2017, 18:02
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Mercer International kauft Sägewerk der Österreicher in Thüringen

Wien – Der Abverkauf bei der Tiroler Klausner Gruppe schreitet voran. Der US-amerikanische Holzkonzern Mercer International hat das Sägewerk der Österreicher im deutschen Friesau in Thüringen gekauft. Der Kaufpreis beträgt laut Mercer 55 Mio. US-Dollar (52 Mio. Euro, zuzüglich etwa 8,5 Mio. Euro Betriebskapital), berichtet die Tiroler Tageszeitung. Zudem übernahm die US-Gruppe auch das Klausner Biomassekraftwerk, das 2009 gebaut wurde.

Mit einer Kapazität von jährlich rund 1,3 Mio. Kubikmeter gilt Friesau nach Angaben von Mercer als eines der größten Sägewerke Deutschlands. Zuletzt wurden mit 300 Mitarbeitern jährlich durchschnittlich rund 800.000 Kubikmeter verarbeitet. Der Kaufvertrag wurde am 21. Februar 2017 unterzeichnet und gilt vorbehaltlich der Zustimmung der zuständigen Behörden. Mit dem Closing wurde gegen Anfang des zweiten Quartals 2017 gerechnet.

Klausner wurde 1918 in St. Johann in Tirol gegründet. Die Unternehmensgruppe hat ihren Sitz in Oberndorf im Bezirk Kitzbühel. Bereits 2015 hatte die Wiener Schweighofer Gruppe Klausner das Sägewerk Kodersdorf in Sachsen abgekauft.

Klausner ist nicht zuletzt wegen hoher Kredite bei der einstigen Hypo Alpe Adria, die für die Deutschland-Expansion aufgenommen wurden, in die Schlagzeilen geraten. Die Kärntner Bank ließ den Tirolern 2010 rund 45 Mio. Euro nach, um eine Insolvenz zu vermeiden, wie es in Dokumenten der zur Aufklärung eingesetzten CSI Hypo heißt. Auch mit dem Unterhirzinger Hof in Kitzbühel machte Friedrich Klausner von sich reden. Mieter: Karl-Heinz Grasser. (red; APA, 7.3.2017)

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