Nestlé schließt Werk in Linz: 127 Menschen verlieren Job

7. März 2017, 16:40
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Nestlé kündigt "sozial verträgliche Lösungen" an und nennt Nachfrage- und Produktionsrückgänge als Schließungsgrund

Linz/Vevey – Nestlé will bis März 2018 seinen Produktionsstandort in Linz stilllegen. Das hat das Unternehmen am Dienstag angekündigt. 127 Mitarbeiter sind von der Schließung betroffen. Für sie sollen nun "sozial verträgliche Lösungen" erarbeitet werden, hieß es. Das Werk sei seit Jahren mit "Nachfrage- und Produktionsrückgängen aufgrund geänderter Konsumtrends" konfrontiert.

Laut Nestlé-Management wurden die Mitarbeiter am Dienstag über die Schließung informiert. Demnach erfolgt die Stilllegung "im Zuge der laufenden Evaluierung des Produkt- und Markenportfolios". Das 1879 eröffnete Werk hatte zuletzt pro Jahr rund 6.000 Tonnen Lebensmittel produziert.

"Es war unsere Intention, schon sehr frühzeitig unsere Absicht zu kommunizieren, damit wir uns die Zeit nehmen können, individuelle Lösungen für unsere Mitarbeiter zu erarbeiten", sagte Fabrice Favero, Geschäftsführer von Nestlé Österreich. Das Unternehmen betonte, der Standort Österreich habe "nach wie vor einen ausgesprochen hohen Stellenwert". Derzeit beschäftige der Konzern rund 1.000 Mitarbeiter an 16 Standorten österreichweit.

Gewerkschaft will Sozialplan

Die Gewerkschaft forderte umgehend einen Sozialplan für die betroffenen Arbeitnehmer. "Nestlé hat im Jahr 2016 einen Reingewinn von 8,9 Milliarden Franken (8,32 Milliarden Euro) erwirtschaftet und angekündigt, die Dividende für Aktionäre zu erhöhen", kritisierte Pro-Ge-Branchensekretär Gerhard Riess in einer Aussendung. "Anscheinend erwirtschaftet Nestlé seine Profite auf dem Rücken der Arbeitnehmer." Denn gleichzeitig sei im Februar ein Sparprogramm mit einem Volumen von 500 Millionen Schweizer Franken angekündigt worden. Anstatt dass man bei Managergehältern spare, seien die Arbeiter und Arbeiterinnen die Leidtragenden, so Riess.

Wirtschaftslandesrat Michael Strugl (ÖVP) lud Dienstagnachmittag zu einem runden Tisch in der Causa, an dem Vertreter des Unternehmens, des Betriebsrats, der Gewerkschaft, des AMS und der Linzer Bürgermeister Klaus Luger (SPÖ) teilnahmen. (APA, 7.3.2017)

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