Vorschlag: Hooliganismus als neue Sportart

7. März 2017, 13:52
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Russischer Parlamentsvizepräsident Igor Lebedew will Aggressionen in "friedliche Richtung" lenken

Moskau – Gut ein Jahr vor der Fußball-Weltmeisterschaft in Russland hat Parlamentsvizepräsident Igor Lebedew vorgeschlagen, aus den Kämpfen zwischen Hooligans eine neue Sportart zu machen. "Ich bin sicher, dass ein solches Spektakel nicht weniger Zuschauer anlocken würde als Fußballspiele", schrieb Lebedew auf seinem Blog. "Vielleicht kann man den Aggressionen der Fans so eine friedliche Richtung geben."

Russische Fans seien Kämpfer, keine Hooligans, deshalb könne man aus den Kämpfen einen ritualisierten Sport machen, sagte der Politiker von der nationalistischen Liberaldemokratischen Partei. Die Partei übernahm Lebedews Überlegungen als offizielle Mitteilung. Lebedew gehört zur Führung des russischen Fußballverbandes.

Als Vorbild für seine Idee nannte Lebedew den russischen Brauch des Kampfes "Wand gegen Wand". Dabei versuchen zwei Gruppen einander vom Platz zu schieben und zu prügeln. Ultras der russischen Spitzenclubs ZSKA und Spartak organisierten im Februar Kampfkunst-Zweikämpfe in Mixed Martial Arts (MMA).

Der russische Fußball hat ein Problem mit gewalttätigen Fans, das er zum Confed-Cup in diesem Jahr und zur WM im kommenden Sommer in den Griff bekommen muss. Bei der Europameisterschaft in Frankreich hatten russische Hooligans englische Fans in Marseille angegriffen. (APA, 7.3.2017)


  • Lebedew: "Ich bin sicher, dass ein solches Spektakel nicht weniger Zuschauer anlocken würde als Fußballspiele".
    foto: apa/ap/zemlianichenko

    Lebedew: "Ich bin sicher, dass ein solches Spektakel nicht weniger Zuschauer anlocken würde als Fußballspiele".

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