Bub in Deutschland getötet: Verdächtiger stellte Aufnahmen ins Darknet

7. März 2017, 12:33
84 Postings

Polizei sucht nach 19-Jährigem, der als gefährlich gilt

Herne – In der nordrhein-westfälischen Stadt Herne ist am Montagabend ein Neunjähriger getötet worden. Der mutmaßliche Täter, ein 19 Jahre alter Mann, ist laut Polizei auf der Flucht. Er hatte sich im Internet mit seiner Tat gebrüstet.

Der Verdächtige habe ein Video seiner Tat in einem abgeschotteten Bereich des Internets veröffentlicht, dem sogenannten Darknet, sagte ein Sprecher der Bochumer Polizei Dienstagfrüh. Ein Nutzer des Darknets habe die Polizei informiert, die wenig später am Montagabend die Leiche des erstochenen Neunjährigen im Keller eines Reihenhauses fand.

Verdächtiger aus Nachbarschaft des Opfers

Kriminelle wickeln im anonymisierten Darknet Waffen- und Drogengeschäfte ab oder handeln mit Kinderpornografie. Die Polizei warnte vor dem 19-Jährigen, den sie aufgrund ihrer Informationen als gefährlich einschätzt. Welche Informationen sie über den Mann hat, will sie jedoch zunächst nicht preisgeben.

Der Tatort liegt nach Angaben von Augenzeugen in einem Wohnviertel mit Ein- und Mehrfamilienhäusern. Der 19-Jährige habe in der Nachbarschaft des Buben gewohnt, mutmaßlicher Täter und Opfer seien nicht miteinander verwandt.

Fahndung läuft

Polizisten suchten Dienstagfrüh in Herne und den angrenzenden Ruhrgebietsstädten noch nach dem Täter, auch ein Fahndungsfoto wurde veröffentlicht. Über ihn wisse man, dass er Kampfsportler sei. Es sei unklar, ob er bewaffnet sei. Auf die Frage, ob der Mann für die Bevölkerung gefährlich sei, sagte der Sprecher: "Ausschließen können wir das nicht."

Der Flüchtige wird als rund 1,75 Meter groß, blond und sehr schlank beschrieben. Zudem sei er Brillenträger und trage eine Hose und Weste in Tarnfarben. Die Polizei ersuchte Personen, die den Mann erkennen, ihn nicht anzusprechen, sondern umgehend den Polizeinotruf zu wählen.

Weitere mögliche Opfer

Nach dem Mord geht die deutsche Polizei Hinweisen auf weitere mögliche Opfer des mutmaßlichen Täters Marcel H. nach. Ein User habe sich in einem Chat als der flüchtige Mörder des Neunjährigen ausgegeben und beschrieben, wie er ein "120 kg Biest bekämpft" habe, teilte die Polizei Bochum am Dienstagabend mit.

Auch von Folter sei in dem Chattext die Rede, um an Daten für Bank, Computer und Telefon zu kommen. Die Polizei rief dazu auf, sich zu melden, falls im Umfeld eine Frau vermisst werde. "Wenn man dem Täter glaubt, müsste sich der Tatort dieses zweiten Verbrechens im Umkreis von 80 km um Herne befinden", hieß es in der Mitteilung.

Die Polizei schließt nicht aus, dass es sich bei der Tatbeschreibung um eine Falschmeldung handelt. "Aber die Gefahrenlage macht es nötig, das ernst zu nehmen." Nach Angaben der Ermittler seien zudem weitere Bilder aufgetaucht, die womöglich dem gesuchten Marcel H. zuzuordnen sind. (APA, 7.3.2017)

Share if you care.