"Ein Platz für Tiere": 30. Todestag von Bernhard Grzimek

7. März 2017, 12:13
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Der langjährige Frankfurter Zoodirektor brachte die Serengeti und Naturschutzgedanken in die deutschen Wohnzimmer

Frankfurt – Mit seiner mehr als 30 Jahre laufenden TV-Sendung "Ein Platz für Tiere" ist Bernhard Grzimek im deutschsprachigen Raum berühmt geworden. Der Tierarzt und langjährige Frankfurter Zoodirektor, der vor 30 Jahren starb, hat sich vor allem für die Serengeti eingesetzt. Schon zu Zeiten des Wirtschaftswunders, als ökologisches Gedankengut noch in keinster Weise im öffentlichen Bewusstsein verankert war, warb Grzimek für Naturschutz, kämpfte für Tiere und deren Lebensräume – aber auch für Familienplanung, damit der Mensch sich nicht zu sehr ausbreitet.

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Als erster Direktor nach dem Zweiten Weltkrieg baute Grzimek den stark zerstörten Frankfurter Zoo wieder auf. Dort ist er auch 30 Jahre nach seinem Tod am 13. März 1987 als Standbild verewigt. Vor einer Hütte und einem Jeep steht er so, wie ihn Millionen Menschen in Erinnerung haben dürften: in Buschkleidung, die Augen leicht zusammengekniffen, als halte er gerade Ausschau nach Elefanten, Giraffen oder Geparden.

TV-Star mit ökologischer Botschaft

Der 1909 im oberschlesischen Neiße geborene Grzimek brachte in den 60er- und 70er-Jahren – in einer Zeit, als ein Safari-Urlaub für die meisten Menschen unvorstellbar und schon eine Spanienreise ziemlich exotisch war – die große weite Welt mit seiner Sendung ins Wohnzimmer. Oft war im Fernsehstudio ein Jungtier aus dem Frankfurter Zoo dabei, ein Affenbaby oder ein Leopardenjunges etwa – Niedlichkeitsfaktor garantiert.

Wer konnte sich da nicht begeistern, wenn Grzimek seine "lieben Freunde" begrüßte und von Forschungsreisen nach Afrika erzählte, insbesondere von der Serengeti? Der Kampf für den Nationalpark im ostafrikanischen Tansania wurde für Grzimek zu einem Lebensinhalt. Seine Dokumentation "Serengeti darf nicht sterben" wurde sogar mit dem Oscar ausgezeichnet.

Zoo-Pionier und Zirkusfan

Grzimeks Bedeutung für den Naturschutz könne gar nicht hoch genug eingeschätzt werden, betont Christof Schenck, Geschäftsführer der von Grzimek gegründeten Zoologischen Gesellschaft Frankfurt (ZGF), die sich in der Serengeti und insgesamt 18 Ländern auf vier Kontinenten für Naturschutz engagiert. Für Manfred Niekisch, dem heutigen Direktor des Frankfurter Zoos, war Grzimek in vielem ein Vorreiter für moderne Zoos.

Anderes sieht Niekisch kritisch, etwa die Zootiere im Fernsehstudio. Auch Grzimeks Liebe zum Zirkus mit Dressuren von Wildtieren kann Niekisch nicht teilen. "Ich bin der Meinung, dass Wildtiere nicht in den Zirkus gehören." Grzimek dagegen war ein begeisterter Zirkusgänger; er starb sogar während einer Zirkusvorstellung.

Michael Grzimek, der die Begeisterung seines Vaters für die afrikanischen Wildtiere teilte, starb 1959 bei einem Flugzeugabsturz in der Serengeti. Neben seinem Grab am Ngorongoro-Krater in Tansania wurde auch die Urne mit der Asche Bernhard Grzimeks beigesetzt. (APA, red, 7. 3. 2017)

  • Bernhard Grzimek mit einem Orang-Utan-Baby bei einer TV-Aufzeichnung im Jahr 1971.
    foto: apa/dpa

    Bernhard Grzimek mit einem Orang-Utan-Baby bei einer TV-Aufzeichnung im Jahr 1971.

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