Frauen leiden häufiger und heftiger unter Allergien

    7. März 2017, 11:46
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    Laut der MedUni Wien erhöhen weibliche Sexualhormone das Risiko für Asthma und Allergien – auch Hormonpräparate wie Anti-Baby-Pille sind von Bedeutung

    Wien – Frauen leiden häufiger und auch heftiger an Pollen- bzw. Nahrungsmittelallergien und somit auch an Asthma. Das berichtete die MedUni Wien am Dienstag. Einerseits erhöhen weibliche Sexualhormone das Risiko und die Symptomatik von Asthma und Allergien, andererseits haben auch Hormonpräparate wie die Anti-Baby-Pille eine Bedeutung.

    Diese Faktoren sollten noch mehr als früher Beachtung finden, betont Erika Jensen-Jarolim vom Institut für Pathophysiologie und Allergieforschung der MedUni anlässlich des Welt-Frauentags am 8. März. Bis etwa zum zehnten Lebensjahr leiden Burschen häufiger und mehr unter Allergien und Asthma. Doch mit dem Beginn der Geschlechtsreife und Pubertät sorgt die vermehrte Ausschüttung des Sexualhormons Östrogen dafür, dass Mädchen viel anfälliger sind.

    "Östrogene sorgen dafür, dass Entzündungszellen wie zum Beispiel die Mastzellen empfindlicher auf Allergene wirken", erklärt Jensen-Jarolim. "Das männliche Hormon Testosteron dagegen scheint eine Art Schutzfunktion auszuüben." Dieses Phänomen begleitet Frauen mit den Wellen der Hormonausschüttung in ihren jeweiligen Lebensphasen – von der ersten Regelblutung über die Einnahme von empfängnisverhütenden Mitteln, die Schwangerschaft und bis hin zur Hormonersatztherapie in der Menopause. Dazu kommt eine gesteigerte Empfindlichkeit gegenüber Umweltschadstoffen, insbesondere dem Rauchen.

    Allergie gegen Hormone praktisch noch unerforscht

    Die Einnahme von Hormonen ist rund um die Lebens- und Familienplanung heutzutage weit verbreitet – etwa zur Vermeidung fallender Hormonspiegel in der Menopause, die nicht unwesentlich bei der Entwicklung einer Osteoporose sind. "Diese Hormongaben sind Auslöser von Überempfindlichkeiten, die noch dazu durch eine untypische Symptomatik beschrieben sind", sagt die Expertin. Die untypischen Symptome sind u.a. Migräne, Gelenksbeschwerden, Ekzeme, Verstärkung von Akne und Atembeschwerden. "Auf diese Zusammenhänge wird in der Interaktion zwischen Allergologie und Gynäkologie noch zu wenig geachtet."

    Ein Forschungsgebiet, das noch in seinen Anfängen steckt, aber immer mehr an Bedeutung gewinnt und Frauen betrifft, ist jenes der Allergie gegen die Hormone selbst, also der "Hormon-Allergie" – etwa im Zusammenhang mit empfängnisverhütenden Mitteln, die sogar zu Fehlgeburten führen kann, wie die Expertin betont.

    "In welcher Phase des Zyklus befinde ich mich? Nehme ich Hormonpräparate? Habe ich bereits Asthma?" – Diese Fragen sollten zwischen Patientin und Arzt in Betracht gezogen und besprochen werden, rät Jensen-Jarolim. Vor allem, wenn die Frau schwanger ist. Denn: Eine unbehandelte Allergie sei der erste Schritt zum Asthma. (APA, red, 7.3.2017)

    • Besonders die Pollen der Hasel und der Erle machen Allergikern zu schaffen, da sie zu den Frühblühern gehören.
      foto: apa/dpa/arno burgi

      Besonders die Pollen der Hasel und der Erle machen Allergikern zu schaffen, da sie zu den Frühblühern gehören.

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