Der Desktop ist plötzlich wieder cool – nur bei Apple nicht

7. März 2017, 09:56
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HP, Dell und Microsoft bringen mit neuen Formfaktoren frischen Wind in die klassische Produktkategorie

Lange hat der Desktop die Welt der Computer beinahe im Alleingang dominiert. Doch mit dem Aufstieg von Laptops aber vor allem auch von Smartphones und Tablets ist der klassische Formfaktor in den letzten Jahren ins Hintertreffen gelangt. Die Konsequenz: Seit Jahren gehen die Verkaufszahlen von Desktop-Rechnern kontinuierlich zurück.

Frischer Wind

Doch in den letzten Monaten zeigt sich ein interessantes Phänomen: Der Desktop ist plötzlich wieder cool, wie The Verge in einem aktuellen Artikel betont. Gleich mehrere Hersteller versuchen sich derzeit an grundlegend neuen Designs, und feuern so das Interesse an der Kategorie wieder neu an. So hat nicht zuletzt Microsoft mit seinem Surface Studio vorgezeigt, dass man aus der alterwürdigen Produktkategorie noch vollständig neue Ideen herauskitzeln kann. Dass es nicht immer die graue, langweilige Kiste sein muss, die irgendwo unter dem Tisch versteckt wird, demonstrierten zuletzt aber auch Dell und HP, die sich ebenfalls an komplett neuen Designs versuchen.

foto: apa/afp/don emmert
Microsoft hat mit seinem Surface Studio bewiesen, dass Desktop-Rechner nicht langweilig sein müssen.

Bei HP gibt es etwa seit kurzem mit dem Envy Curved All-in-One 34 den Nachfolger für einen relativ langweiligen Rechner aus dem Jahr 2015. Das neue Modell kommt nun aber mit einem gebogenen 34-Zoll-Monitor, der auf einer wohl designten Box samt Sound von Bang & Olufsen seinen Platz findet, in der die eigentlichen Computerkomponenten untergebracht sind. Dell versucht sich beim XPS 27 wiederum an einem iMac-ähnlichen Design, das allerdings mit einem 4K-Touchscreen und einem Soundsystem mit zehn Lautsprechern wesentlich moderner ausgestattet ist als irgendein aktueller Apple-Rechner.

foto: hp
Der HP Envy Curved All-in-One 34

Wo bleibt Apple?

Und hier wären wir auch schon an einem Punkt, der viele in dieser Branche verwundert: Apple scheint diesen Trend nämlich bislang verschlafen zu haben. Ganz im Gegenteil machte es zuletzt den Eindruck als hätte der iPhone-Hersteller den Desktop als Formfaktor komplett aufgegeben. Die letzte Aktualisierung für den Mac Pro ist mittlerweile mehr als drei Jahre her, auch der aktuellste Mac Mini hat schon einige Jahre am Buckel.

foto: dell
Dell XPS 27

Viel Wind um nichts?

Freilich muss auch klar sein, dass das erneuerte Interesse einzelner Hersteller in den PC-Bereich noch nicht bedeutet, dass sie damit Erfolg haben. Ob sich all diese hübsch gemachten Geräte auch tatsächlich verkaufen muss sich nämlich erst zeigen. Bei Apple scheint man hingegen davon überzeugt zu sein, dass die Zukunft irgendwo zwischen Tablets und Laptops liegt – also in jenem Bereich, den das Unternehmen mit dem iPad Pro abzudecken versucht. Die Zahlen geben Apple dabei bislang recht, ist doch der Bereich Convertibles einer der wenigen, der in den letzten Jahren ein deutliches Wachstum gezeigt hat – nicht zuletzt von Microsofts Surface getragen. Ob es je mehr als für eine einträgliche Nische reicht, muss sich aber auch hier erst zeigen. (red, 7.3.2017)

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