Wie das Unfallrisiko mit der Autofarbe zu tun hat

7. März 2017, 07:30
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Eine Studie über Taxis in Singapur zeigt, dass Autos mit der Signalfarbe Gelb signifikant weniger Unfälle produzieren. Hierzulande empfiehlt man eher weiße Lackierungen

Singapur – Sind Autos in auffälligen Farben weniger oft in Unfälle verwickelt? Die Frage ist nicht ganz einfach zu beantworten, da es an gut vergleichbaren Daten mangelt. In unseren Breiten raten Experten eher zu Weiß, wenn man Unfälle vermeiden will. Signalfarben seien in Sachen Unfallhäufigkeit neutral, heißt es. Dunkle Farben hingegen würden zwar beim Wiederverkauf einen höheren Preis garantieren, aber gewiss nicht weniger Unfälle.

Teck-Hua Ho, Vizepräsident der Nationaluniversität Singapur, hat mit Kollegen Unfallstatistiken eines in Singapur ansässigen Taxiunternehmens ausgewertet – und kam zu etwas anderen Schlussfolgerungen. Die Taxifirma besitzt eine Flotte von 16.700 gelben und blauen Taxis. Die Studie vergleicht zwar nur diese beiden Farben, doch das Ergebnis ist recht eindeutig.

Neun Prozent weniger Unfälle

Die Analysen über einen Zeitraum von drei Jahren ergaben, dass die gelben Taxis deutlich weniger Unfälle produzierten, schreibt das Team um Teck-Hua Ho im Fachmagazin "PNAS". Pro Monat waren es bezogen auf tausend Taxis gut sechs Unfälle weniger. Der Unterschied sei statistisch bedeutsam und entspreche einer Minderung der Unfallwahrscheinlichkeit von neun Prozent. Würden heute alle andersfarbigen Taxis gelb umlackiert, würde das die Zahl der Unfälle entsprechend reduzieren.

Gelb ist übrigens seit 110 Jahren eine der beliebtesten Taxifarben weltweit. Laut den Recherchen der Wissenschafter aus Singapur hat man sich 1907 erstmals in Chicago dafür entschieden, wo die meisten Taxis zu dieser Zeit noch schwarz waren. Der Grund war damals, dass potenzielle Kunden ein gelbes Taxi schneller erkennen würden. (dpa, red, 7.3.2017)

  • Gelbe Taxis – hier eines jener Modelle, das in New York im Einsatz ist – werden weniger leicht übersehen als blaue. Es kommt aber natürlich auch auf den Fahrer an. Hier am Lenkrad: Sebastian Vettel.
    reuters

    Gelbe Taxis – hier eines jener Modelle, das in New York im Einsatz ist – werden weniger leicht übersehen als blaue. Es kommt aber natürlich auch auf den Fahrer an. Hier am Lenkrad: Sebastian Vettel.

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