Mann, o Mann: Der ewige Trend zur Monobraue

Kolumne13. März 2017, 11:12
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Die Härchen über den Augen haben komische Tendenzen – sie wollen zu einem Balken zusammenwachsen, vor allem bei Männern

Mitunter ist der Grund von Körperfunktionen vollkommen rätselhaft. Die Augenbrauen zum Beispiel. Die Evolution hat zwei voneinander getrennte Augen hervorgebracht. Und wahrscheinlich haben auch die Härchen darüber eine Funktion: Zum Beispiel jenen, Staub, Sand und Schmutz abzufangen – damit wir uns weniger die Augen reiben müssen.

Vielleicht ist die Dicke und Form der Augenbrauen also genetisch von unseren Vorfahren abhängig. Wenn es um die Schönheit geht, ist die Tendenz der Augenbrauen, in der Mitte zusammenzuwachsen, jedenfalls eher kontraproduktiv. Zwei Augen, zwei Brauen – und so soll es sein, finde ich.

Während Frauen diesbezüglich keine Zweifel haben und lebenslang geduldig ihre Augenbrauen zupfen, sehen es Männer eher lieber eng – und lassen der Natur freien Lauf. Das Fatale: Je älter, umso wilder werden die Augenbrauen und es gibt niemanden, der in Österreich so wilde Exemplare wie Günther Nenning hatte. Immer wieder beeindruckend ist auch der frühere deutsche Finanzminister Theo Waigel, ein Wunder der Natur. Bei aller Liebe: es sieht aber einfach überhaupt nicht gut aus.

Eine Alterserscheinung

Erstaunlich daran: Je älter die Männer werden, umso stärker scheinen die Augenbrauen zu werden. Weil ich immer gerne einen Sinn in den körperlichen Entwicklungen suche, könnte ich mir vorstellen, dass es mit dem schwächer werdenden Augenlicht zusammenhängt.

Früher, als unsere Vorfahren noch Affen waren, es keine Brillen gab und man sein Essen noch jagen musste, könnte es eine zusätzliche Orientierungshilfe gewesen sein – wie Fühler sozusagen. Diese total unbestätigten Theorie würde auch die Existenz von Ohrenhaaren – ebenfalls eine männliche Spezialität – erklären. Sie wuchern ja mit den Brauen oft parallel. Wenn es darum geht, zwischen Bäumen und durch Felsspalten zu kriechen, könnte das ein Vorteil gewesen sein.

Was ich sagen will: Dem Wildwuchs sollte schon irgendwie Einhalt geboten werden. Von Friseuren zum Beispiel, in südlichen Ländern werden sie mit einer speziellen Technik abgefackelt. Aber auch Do-it-Yourself ist eine Option: Männer, kauft euch Pinzetten!

Natürlich gibt es aber auch die wirklichen Spezialisten. "Brow Bar" ist eine Einrichtung im Flagshipstore von Österreichs größter Parfümerie auf der Wiener Kärntnerstraße. In einer halben Stunde ist alles vorbei – tut aber schon weh.

Wer sich für Natürlichkeit entscheidet, könnte dann wenigstens ein Brauen-Gel zum "Frisieren und "Bändigen" verwenden – es gibt sie auch in Farbvarianten. Könnte Sinn machen, wenn die Augenbrauen noch dazu grau zu werden beginnen. Wer sich für so viel Eitelkeit schämt, kann ja die Tür vom Badezimmer zusperren. Brauen sind der Rahmen eines Gesichtes, er sollte nicht ausfranst sein. (Karin Pollack, 7.3.2017)

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  • Wunder der Natur: Der frühere deutsche Finanzminister Theo Waigel.
    foto: apa/neubauer

    Wunder der Natur: Der frühere deutsche Finanzminister Theo Waigel.

  • Dem Wildwuchs sollte Einhalt geboten werden.
    foto: getty images/istockphoto/izusek

    Dem Wildwuchs sollte Einhalt geboten werden.

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