Gigi Hadid mit Schleier auf Titel der "Vogue Arabia"

6. März 2017, 12:43
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Der amerikanische Instagram-Star provoziert als erstes Covermodel der arabischen "Vogue"

Gerade erst ist die erste Ausgabe der arabischen "Vogue" erschienen, schon wird über sie diskutiert. Grund für die Aufregung ist das Titelbild der Zeitschrift. Dafür ist Gigi Hadid von dem Fotografenduo Inez van Lamsweerde und Vinoodh Matadin inszeniert worden: Das Model zeigte eine nackte Schulter, hat einen bestickten Schleier über den Kopf gelegt und blickt dem Leser (in zwei Titelvarianten, einer mit englischsprachigem, einer mit arabischem Titel) tief in die Augen – die erste Ausgabe soll sich ja (an die westlichen Anzeigenkunden) verkaufen. Im Vergleich zu dem ziemlich nackten Cover, das im vergangenen Jahr die französische "Vogue" in Auftrag gab, erscheint der Titel aus westlicher Perspektive vergleichsweise unauffällig.

Nun aber steht die Frage im Raum: Warum musste ausgerechnet der amerikanische Instagram-Star Gigi Hadid auf den Titel? Die Antwort des Magazins: Die in den USA lebende Hadid hat arabische Wurzeln, ihr Vater Mohamed Hadid, ein Immobilieninvestor, stammt aus Palästina.

In den sozialen Netzwerken wird nun darüber debattiert, ob ein muslimisches Model auf dem ersten Cover der frisch gelaunchten "Vogue Arabia" nicht überzeugender gewesen wäre.

Schnell fiel in den Diskussionen über ein anderes Model auch der Name Halima Aden. Die Hijab tragende Somali-Amerikanerin und Muslimin war während der New Yorker und der Mailänder Modewoche einige Schauen gelaufen – und hatte mit Kopftuch für einiges Aufsehen gesorgt.

Die arabische Version ist als 22. internationale Ausgabe der "Vogue" im Nahen Osten und in Nordafrika erhältlich, Chefredakteurin ist Deena Aljuhani Abdulaziz, eine in Kalifornien aufgewachsene saudische Prinzessin, die zuvor bereits als Einkäuferin auf den Streetstyle-Bildern der Modewochen aufgetaucht war.

foto: reuters/ alessandro garofalo
Deena Aljuhani Abdulaziz, Chefredakteurin der "Vogue Arabia", während der Mailänder Modewoche vor der Fendi-Show.

Die Texte des Hochglanzmagazins sind in Arabisch und Englisch gehalten, die Website, die bereits seit Herbst online ist, ebenfalls. (red, 6.3.2017)

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