Distelberger in Belgrad Siebenkampf-Vierter

5. März 2017, 20:45
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Zwei Punkte fehlten zu einem neuen ÖLV-Rekord, 47 auf Bronze – Hallen-Europarekord von Franzosen Mayer. Vojta Zehnter über 3.000 m

Belgrad – Leichtathlet Dominik Distelberger hat bei den Hallen-Europameisterschaften in Belgrad hauchdünn einen neuen österreichischen Siebenkampf-Rekord verpasst. Nur zwei Punkte fehlten dem Niederösterreicher am Sonntag auf die Hallen-Bestmarke von 6.065 Punkten, die Roland Schwarzl 2010 aufgestellt hatte. Distelberger wurde Vierter, mit Europarekord siegte der Franzose Kevin Mayer.

Distelberger durfte sich am Schlusstag über zwei einzelne persönliche Bestleistungen freuen. Den 60-m-Hürdensprint absolviert er in 7,80 Sekunden und verbesserte seinen Bestwert damit um 12 Hundertstel, im Stabhochsprung kam Distelberger über 5,10 Meter. In Götzis hatte er im vergangenen Mai 5,00 m übersprungen. Die abschließenden 1.000 m bewältigte er in 2:42,32 Minuten, blieb dabei knapp eineinhalb Sekunden über seiner Bestleistung.

47 Punkte hinter Bronze

"Das ist natürlich sensationell. Alles ist sehr locker gegangen heute, ich war sehr motiviert, auch wegen der tollen Atmosphäre in der Halle. Ich kann sehr stolz auf mich sein", sagte Distelberger der APA. 6.063 Punkte bedeuteten am Ende Platz vier. "Dass ich den österreichischen Rekord um zwei Punkte verfehlt habe, tut natürlich weh, aber das werde ich nachholen." Zu Bronze fehlten ihm 47 Punkte.

Am Vortag war Distelberger nach vier Bewerben nur Elfter gewesen. "Gestern war ich etwas enttäuscht, vielleicht war ich zu verbissen. Heute bin ich konzentriert aufgestanden und habe gedacht, ich muss alles so gut wie möglich machen. Das ist gelungen." Der dritte Platz sei aufgrund seiner wenig zufriedenstellenden Leistung am Samstag aber außer Reichweite gewesen.

"Wenn ich mir alles anschaue, dann waren vor allem die 60 m sehr gut, und auch der Stabhochsprung", erklärte der 27-Jährige. Seine Hochsprung-Leistung, 1,92 m, stellte ihn hingegen nicht zufrieden. "Mit ein bisschen mehr Glück gestern hätte ich den Rekord schaffen können", resümierte Distelberger. "Aber ich habe sicher noch mehr Gelegenheiten in der Zukunft."

6.479 Zähler für Mayer

Mayer schraubte den Hallen-Europarekord des Tschechen Roman Sebrle (6.438) unterdessen auf 6.479 Zähler – nur der zurückgetretene US-Star Ashton Eaton war mit 6.645 Punkten in der Halle jemals besser. Für den 25-jährigen Olympia-Zweiten im Zehnkampf war es der erste große Titel seiner Karriere. Silber ging an den Spanier Jorge Urena (6.227), Bronze holte der Tscheche Adam Sebastian Helcelet (6.110).

Ebenfalls am Sonntag im Einsatz war Andreas Vojta. Der Mittelstreckenläufer bilanzierte nach Platz zehn über 3.000 m in 8:09,18 Minuten zufrieden. "Ich habe gut mitlaufen können über die ersten zwei Drittel, nur auf den letzten tausend Metern sind die Beine etwas schwer geworden", sagte der 1.500-m-Olympiateilnehmer von London 2012, der sich grundsätzlich über einen Schritt nach vorne freute. "Es ist gut gelaufen für mich, mehr war nicht drin." In Zukunft wolle er sich noch mehr auf die längste Hallen-Lauf-Disziplin konzentrieren, kündigte Vojta an. (APA, 5.3.2017)

Sonntag-Ergebnisse von der Leichtathletik-Hallen-Europameisterschaften in Belgrad:

Männer, Siebenkampf: 1. Kevin Mayer (FRA) 6.479 Punkte (Europarekord) – 2. Jorge Urena (ESP) 6.227 – 3. Adam Sebastian Helcelet (CZE) 6.110. Weiter: 4. Dominik Distelberger (AUT) 6.063 (PB/60 m: 6,94 Sek./Weit: 7,38 m/Kugel 13,55 m/Hoch: 1,92 m/60 m Hürden: 7,80 Sek./Stabhoch: 5,10 m/1.000 m: 2:42,32 Min.)

3.000 m: 1. Adel Mechaal (ESP) 8:00,60 Min. – 2. Henrik Ingebrigtsen (NOR) 8:00,93 – 3. Richard Ringer (GER) 8:01,01. Weiter: 10. Andreas Vojta (AUT) 8:09,18

800 m: 1. Adam Kszczot (POL) 1:48,87 Min. – 2. Andreas Bube (DEN) 1:49,32 – 3. Alvaro De Arriba Lopez (ESP) 1:49,68

Dreisprung: 1. Nelson Evora (POR) 17,20 m – 2. Fabrizio Donato (ITA) 17,13 – 3. Max Heß (GER) 17,12. Weiter (in der Qualifikation gescheitert): 14. Julian Kellerer (AUT) 16,33 (PB)

Hochsprung: 1. Sylwester Bednarek (POL) 2,32 m – 2. Robert Grabarz (GBR) 2,30 – 3. Pawel Seliwerstau (BEL) 2,27

4 x 400 m: 1. Polen (Kacper Kozlowski/Lukasz Krawczuk/Przemyslaw Wascinski/Rafal Omelko) 3:06,99 Min. – 2. Belgien 3:07,80 – 3. Tschechien 3:08,60

Frauen, 3.000 m: 1. Laura Muir (GBR) 8:35,67 Min. – 2. Yasemin Can (TUR) 8:43,46 – 3. Eilish McColgan (GBR) 8:47,43

800 m: 1. Selina Büchel (SUI) 2:00,38 Min. – 2. Shelayna Oskan-Clarke (GBR) 2:00,39 – 3. Anita Hinriksdottir (ISL) 2:01,25

60 m: 1. Asha Philip (GBR) 7,06 Sek. – 2. Olesya Powh (UKR) 7,10 – 3. Ewa Swoboda (POL) 7,10 (Zielfoto-Entscheid). Weiter (im Vorlauf out): 34. Stephanie Bendrat (AUT) 7,55

Weitsprung: 1. Ivana Spanovic (SRB) 7,24 Sek. – 2. Lorraine Urgen (GBR) 6,97 – 3. Claudia Rath (GER) 6,94

4 x 400 m: 1. Polen (Patrycja Wyciszkiewicz/Malgorzata Holub/Iga Baumgart/Justyna Swiety) 3:29,94 Min. – 2. Großbritannien 3:31,05 – 3. Ukraine 3:32,10

  • Dominik Distelberger schrammt in Belgrad nur hauchdünn an einem neuen österreichischen Siebenkampf-Rekord vorbei.
    foto: ap/darko vojinovic

    Dominik Distelberger schrammt in Belgrad nur hauchdünn an einem neuen österreichischen Siebenkampf-Rekord vorbei.

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