SVP-nahes Kaufangebot: für Schweizer Boulevardriesen "Blick" dementiert

7. März 2017, 07:26
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Ringier-Boss Walder winkt nach NZZ-Bericht ab: Blick-Gruppe stehe nicht zum Verkauf

Zürich – Marc Walder, CEO des Schweizer Verlagsriesen Ringier, reagierte per Twitter recht kategorisch auf die Aufmacherstory der "NZZ am Sonntag": "Die Blick-Gruppe von Ringier steht nicht zum Verkauf. Egal zu welchem Preis. Egal, wer der Käufer wäre." Die "NZZ" berichtete vom Kaufangebot eines SVP-nahen Schweizer Anwalts für die große Schweizer Boulevardzeitung. Inzwischen dementiert auch der Käufer.

230 Millionen Franken, rund 215 Millionen Euro, biete der Anwalt Martin Wagner in seinem schriftlichen Offert, berichtete die "NZZ". Die Gruppe umfasst die Kaufzeitung "Blick", lange schon Nummer zwei hinter der Gratiszeitung "20 Minuten" der Tamedia, zudem den kostenlosen "Blick am Abend" und den "Sonntags-Blick" sowie die Onlineportale des "Blick".

Der vorgesehene Hauptinvestor ist laut Offert Walter Frey, großer Schweizer Autohändler von 1987 bis 2001 für die SVP im Schweizer Nationalrat. Er betreibt bereits Lokalblätter.

Bei Ringier vermutetet man laut "NZZ" hinter dem Offert Christoph Blocher und seine Schweizerische Volkspartei SVP. Wagner ist auch Anwalt der SVP-nahen "Basler Zeitung". Deren Mediengruppe droht seit Längerem mit einer Gratis-Sonntagszeitung für die Schweiz. Dieses Projekt wird vorangetrieben, wenn der "Blick"-Deal nicht zustandekommt, soll Wagner der Ringier-Gruppe bedeutet haben.

Update: Frey dementiert

Inzwischen dementiert auch Anwalt Frey ein Kaufangebot. Die "NZZ am Sonntag" bleibt bei ihrem Bericht, schreibt der Schweizer Branchendienst Persoenlich.com. (red, 5.3.2017, aktualisiert)

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