Wie eine US-Schule mit Snapchat 24 Millionen Dollar verdiente

    5. März 2017, 11:41
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    Hatte vor Jahren 15.000 US-Dollar in das Unternehmen investiert – Börsegang lässt Kassen klingeln

    Der Börsegang von Snapchat-Hersteller Snap verschafft einer US-amerikanischen Schule einen gehörigen Geldregen. Aus einem Investment von 15.000 Dollar habe die Saint Francis High School mehr als 24 Millionen US-Dollar erwirtschaften können, berichtet der Guardian in einem aktuellen Artikel.

    Risikokapital

    Zu verdanken hat die im kalifornischen Silicon Valley angesiedelte High School diese Geldvermehrung dem Geschick des Vaters einer seiner Schüler: Barry Eggers ist nämlich Risikokapitalinvestor. Als er bemerkte, wie seine Kinder und ihre Freunde in kürzester Zeit regelrecht süchtig nach Snapchat wurden, entschloss er sich vor fünf Jahren zu einer Beteiligung an dem Unternehmen. Die Schule daran teilhaben zu lassen, war insofern ein kleines Dankeschön dafür, dass die Kinder ihn auf die App aufmerksam gemacht hatten.

    Eggers und seinen Partnern gelang es Co-Gründer Evan Spiegel aufzuspüren, der Snapchat zu diesem Zeitpunkt noch aus einem Zimmer an der Universität von Stanford heraus betrieb. Das Unternehmen von Eggers, Lightspeed Venture Partners, investierte insgesamt 500.000 US-Dollar, und wurde so zum ersten Teilhaber an Snapchat.

    Teilverkauf

    Die Beteiligung der Schule entsprach durch den Börsegang nun 2,1 Millionen Anteilsscheinen. Zwei Drittel davon wurden direkt zum Ausgabepreis von 17 Dollar verkauft, woraus die Einnahmen von 24 Millionen Dollar resultieren. Dies bedeutet natürlich auch, dass die High School schlussendlich sogar noch deutlich mehr Geld machen könnten. Zum aktuellen Kurs der Aktie sind die verbliebenen Anteile nämlich weitere 18,5 Millionen Dollar wert.

    Einsatz

    Der Leiter der Saint Francis High School, Simon Chiu, zeigt sich in einem Schreiben an die Eltern wie zu erwarten äußerst erfreut über die zusätzliche Finanzspritze. Das Geld solle nicht zuletzt dafür genutzt werden, um finanzschwächere Schüler zu unterstützen, um ihnen das Studium an der katholischen Privatschule zu erlauben. Üblicherweise beträgt die jährliche Schulgebühr 17.370 US-Dollar, etwas dass sich nur wohl situierte Eltern leisten können.

    Es ist übrigens nicht das erste Mal, dass die Saint Francis High School mit einer Investition erfolgreich ist. So hatte man im Jahr 1996 bereits 2,1 Millionen US-Dollar aus einer 25.000-Dollar-Beteiligung an einem Telekommunikationsunternehmen machen können. Die Verortung mitten im Silicon Valley macht sich also immer wieder bezahlt. (red, 5.3.2017)

    • Der Snapchat-Börsegang lässt auch bei einer US-Schule die Kassen klingeln.
      foto: lucas jackson / reuters

      Der Snapchat-Börsegang lässt auch bei einer US-Schule die Kassen klingeln.

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