Jordanien richtet 15 zum Tode verurteilte Menschen hin

4. März 2017, 08:49
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Unter anderem wegen Terrorvorwürfen

Amman – Jordanien hat Staatsmedien zufolge 15 Verurteilte hingerichtet. Unter diesen seien zehn "Terroristen", wie die staatliche Nachrichtenagentur Petra am Samstag unter Berufung auf die Regierung berichtete.

Die Männer gehörten den Angaben nach zu einer Zelle, die für eine Reihe von Anschlägen in dem arabischen Land verantwortlich gewesen sein sollen. Auch der Attentäter, der den islamkritischen Journalisten Nahed Hattar getötet hatte, wurde hingerichtet.

Kritik von Amnesty International

Die Menschenrechtler von Amnesty International bezeichneten die Hinrichtungen als Rückschritt für die Anstrengungen, die Todesstrafe abzuschaffen. Jordanien hatte die Todesstrafe 2006 ausgesetzt, sie 2014 mit dem Hängen von elf Personen wegen Mordes aber wieder aufgenommen. Medien zitierten damals Behördensprecher, die die Maßnahme mit dem Anstieg von Verbrechen begründeten. Die letzte Exekution fand 2015 statt.

Der Journalist Hattar wurde Ende September in der jordanischen Hauptstadt Amman außerhalb eines Gerichtsgebäudes mit drei Schüssen tödlich verletzt. Der Christ und Anti-Islamisten-Aktivist sollte an einem Prozess gegen ihn wegen Gotteslästerung teilnehmen.

Hattar hatte im Monat zuvor eine Karikatur auf seiner Facebookseite veröffentlicht, die viele Muslime als beleidigend und gotteslästerlich empfanden. Zu sehen ist ein Kämpfer der Terrormiliz Islamischer Staat, der mit zwei Frauen im Bett liegt und Gott bittet, ihm einen Drink zu bringen. Hattar löschte die Karikatur später und beteuerte, sie würde sich über Terroristen und ihr Weltbild lustig machen.

Das Königreich Jordanien gilt als stabiles Land inmitten der Krisenherde der arabischen Welt. Trotzdem wurde es in den vergangenen Jahren auch immer wieder von Terrorakten erschüttert. Teilweise bekannte sich die Terrormiliz Islamischer Staat (IS). (APA/AFP, 4.3.2017)

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