Eurozone wächst ganz ordentlich

3. März 2017, 18:01
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Gleichzeitig mit der höheren Inflatiosrate kam es im Februar kam es zu einem ansehnlichen Jobwachstum und mehr Optimismus bei Firmen

Brüssel/London/Berlin – Die Geschäfte der Firmen in der Eurozone laufen so gut wie schon lange nicht mehr. Mehrere Untersuchungen sprechen davon, dass es im Februar einen Sprung beim Jobwachstum gegeben habe, so das Londoner Analysehauses IHS Markit. Im Februar sei es zu so vielen neuen Arbeitsplätzen gekommen wie schon seit sechs Jahren nicht mehr.

Der Einkaufsmanager des Analysehauses wird als guter Indikator für die gesamte Wirtschaftslage gesehen. Dieser Indikator stieg im Februar stark an. Laut IHS kletterte er von 54,4 auf 56,0 Punkte im Februar. Zugleich kam es – wie berichtet – zu dem seit langem gewünschten Inflationsschub. Die Teuerungsrate stieg auf zwei Prozent – und erreichte damit den Wert, der von der Europäischen Zentralbank als Ziel postuliert worden war.

Dienstleister und Verarbeiter

In einzelnen Branchen war dies besonders spürbar. Die deutschen Dienstleister werden dank guter Nachfrage verstärkt Mitarbeiter einstellen, geht aus einer Markit-Umfrage unter 500 Firmen hervor. Zudem blicken die Firmen so optimistisch nach vorn wie seit fast sechs Jahren nicht mehr. Auch die verarbeitende Industrie bezeichnete den vergangenen Februar als den besten Monat seit fast sechs Jahren. Gestützt von einem niedrigeren Euro, hätten die Exporte angezogen.

"Die Daten zeigen uns, dass sich viele Firmen mittlerweile auf einer soliden Basis befinden", sagte Peter Dixon, Ökonom bei der deutschen Commerzbank. Allerdings befürchtet er, dass diese Erholung nicht von langer Dauer ist. Vor allem die Brexit-Verhandlungen und die Wahlen in Frankreich könnten das Blatt wieder umdrehen. "Die Wahlen in Frankreich sind das größte Einzelrisiko für eine nachhaltige Erholung", sagte Dixon.

Sollte es jedoch dabei bleiben, könnte das Wirtschaftswachstum in der Eurozone im ersten Quartal über 0,6 Prozent zu liegen kommen, so Markit. Das wäre wesentlich mehr als die 0,4 Prozent, die Ökonomen in einer Umfrage von Reuters zuletzt genannt haben. (red, 4.3.2017)

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