Weitere Hinweise auf Giftgas-Einsatz bei Kampf um Mossul

    5. März 2017, 17:37
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    Nach Rotem Kreuz berichtetet auch die UNO von Patienten mit entsprechenden Verletzungen

    Bagdad – Bei den Kämpfen der irakischen Armee gegen die Jihadistengruppe "Islamischer Staat" (IS) in der Großstadt Mossul sind wahrscheinlich Chemiewaffen eingesetzt worden. Die Organisation für das Verbot von Chemiewaffen (OPCW) teilte am Sonntag mit, sie sei besorgt über entsprechende Berichte. "Die OPCW hat die irakischen Behörden um zusätzliche Informationen gebeten und Unterstützung bei der irakischen Untersuchung angeboten."

    Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) geht wegen entsprechender Hinweise vom Einsatz von Giftgas aus. Sieben Patienten hätten Symptome, die darauf schließen ließen, hatte die Organisation am Freitag mitgeteilt. Die fünf Kinder und zwei Frauen, die in den vergangenen zwei Tagen eingeliefert worden seien, würden in einem Krankenhaus in der Nähe von Mossul behandelt. Bisher ist nicht geklärt, welche Gruppe Giftgas eingesetzt hat.

    Unterdessen rückte die irakische Armee am Sonntag weiter auf das Stadtzentrum der IS-Hochburg vor – Tausende Menschen flohen.

    Einsatz von chemischen Waffen ein Kriegsverbrechen

    Die Vereinten Nationen teilten mit, dass der Einsatz von chemischen Waffen ein Kriegsverbrechen sei. Sollten sich die Berichte bestätigen, wäre dies zudem eine ernsthafte Verletzung des internationalen humanitären Rechts, sagte die humanitäre Koordinatorin der UN im Irak, Lise Grande, am Samstag.

    Vor der Offensive auf Mossul war immer wieder befürchtet worden, dass der IS Chemiewaffen im Kampf gegen anrückende Soldaten einsetzen könnte. Es wird vermutet, dass die Jihadisten entsprechende Kampfmittel besitzen.

    Derweil kämpften irakische Regierungstruppen in mehreren Stadtteilen im Westen Mossuls gegen den IS. Dabei seien Polizeistationen und Militärgebäude erobert worden. Die Kampfgebiete sind teilweise nur etwa zwei Kilometer von dem eng bebauten Stadtzentrum Mossuls entfernt. (red, APA, dpa , 5.3.2017)

    • Im Dorf al-Buseif südlich von Mossul entdeckten irakische Sicherheitskräfte diese Fahrzeugbombe. Auf der Rückseite ist eine 1.000-Liter-Chlorgasflasche montiert.
      foto: apa/afp/ahmad al-rubaye

      Im Dorf al-Buseif südlich von Mossul entdeckten irakische Sicherheitskräfte diese Fahrzeugbombe. Auf der Rückseite ist eine 1.000-Liter-Chlorgasflasche montiert.

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