Vorarlberg forciert Aus- und Weiterbildung von Flüchtlingen

    3. März 2017, 15:37
    30 Postings

    Bleibeberechtigte brauchen Arbeit. In Vorarlberg sind erste Qualifizierungsmaßnahmen erfolgreich. 25 Jugendliche beginnen eine Lehre

    Bregenz – 2.000 Bleibeberechtigte in Vorarlberg brauchen mittelfristig Arbeit. Weitere 800 Menschen werden nach Abschluss ihrer Asylverfahren dazukommen. 628 sind aktuell beim Arbeitsmarktservice vorgemerkt. Möglichst rasch sollen diese Menschen in den ersten Arbeitsmarkt integriert werden. "Die Perspektive muss Arbeit heißen: nicht Mindestsicherung", gibt Landeshauptmann Markus Wallner (VP) das Ziel vor.

    Zur Koordination der Arbeitsmarktintegration hat sich Wallner einen Kenner der Materie ins Landhaus geholt. Anton Strini, pensionierter Leiter des Arbeitsmarktservice Vorarlberg, hat die Aufgabe übernommen, die Aktivitäten der unterschiedlichen Organisationen abzustimmen. Der Vorarlberger Arbeitsmarkt sei durchaus aufnahmefähig, sind sich Wallner und Strini einig. Gesucht werden aber qualifizierte Kräfte, und an der Qualifikation mangle es den meisten Flüchtlingen. Über die Strategien informierte der Landeshauptmann am Freitag in den Lehrwerkstätten von "Integra Arbeitsprojekte".

    25 Jugendliche mit Lehrvertrag

    Drei Viertel der Arbeitsuchenden haben nur Pflichtschulabschluss. Es gelte, die Menschen auszubilden, um einen Verdrängungswettbewerb bei prekären Jobs zu verhindern. Strini: "Außer den Flüchtlingen haben wir ja noch weitere 12.000 Menschen auf Jobsuche."

    Ein Pilotprojekt zur Qualifizierung jugendlicher Geflüchteter, das Integra, Anbieter von Arbeitsprojekten, entwickelte, zeigt nach einem Jahr erste Erfolge. Von 230 Jugendlichen konnten 130 in Schulen oder Arbeitsprojekte vermittelt werden, 25 bekamen einen Lehrvertrag.

    Das Durchhaltevermögen der jungen Menschen sei groß, sagt Integra-Geschäftsführer Stefan Koch: "Je stabiler die Strukturen sind, umso stabiler werden auch die Jugendlichen." Es dürfe aber nicht übersehen werden, dass viele unter Fluchttraumata und unter der Trennung von der Familie leiden. Psychische und körperliche Erkrankungen sind bei Geflüchteten die häufigsten Gründe dafür, im Arbeitsleben zu scheitern. (Jutta Berger, 3.3.2017)

    • Anton Strini koordiniert die Integration von Flüchtlingen in  den Arbeitsmarkt.
      foto: alexandra serra

      Anton Strini koordiniert die Integration von Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt.

    Share if you care.