Kritik an hohen Kosten im Verkehrsverbund Ostregion

3. März 2017, 14:00
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Rechnungshof beklagt steigende öffentliche Zuschüsse – Trotz starken Passagierplus nur bescheidene Mehreinnahmen

Wien – Um den Nahverkehr in Ostösterreich ist es nicht sonderlich gut bestellt. Der Rechnungshof stellt der Abdeckung der wegen der vielen Berufs- und Schulpendler besonders wichtigen Region rund um Wien durch Verkehrsverbund Ostregion (VOR) und Verkehrsverbund Niederösterreich-Burgenland (VVNB) wegen des fehlenden gemeinsamen Tarifsystems ein schlechtes Zeugnis aus. Das Management des VOR und des VVNB war bereits im Jahr 2002 zusammengelegt worden, einheitliche Fahrkartenpreise sollten 2008 eingeführt werden.

"Bis zur Zeit der Gebarungsüberprüfung fand aber keine Zusammenführung der unterschiedlichen Tarifsysteme statt", kritisiert der Rechnungshof in einem am Freitag veröffentlichten Bericht. Die geprüften Organisationen verweisen darauf, dass die Tarife seit Mitte 2016 vereinheitlicht seien.

Das Management hatte demnach keinen allzu tiefen Einblick. "Die VOR GmbH hatte keine Informationen dazu, wie viele Fahrgäste in ihrem Verbundgebiet in Zügen mit Haustariftickets (Fahrkarten, die nur für das jeweilige Verkehrsunternehmen, nicht aber für andere Verkehrsunternehmen im Verkehrsverbund gelten) der jeweiligen Eisenbahnverkehrsunternehmen fuhren und welche Erlöse aus Haustariftickets für das Eisenbahnverkehrsunternehmen resultierten."

Mehr Fahrgäste

Dabei ist die Nachfrage nach öffentlichen Nahverkehrsangeboten enorm. Die geprüften Verkehrsunternehmen verzeichneten von 2010 bis 2014 um 41 Prozent mehr Fahrgäste. Das führte aber nur zu einer vergleichsweise bescheidenen Steigerung der Erlöse durch Fahrscheinverkäufe von inflationsbereinigt sieben Prozent, halten die staatlichen Kontrolleure fest. Die Beiträge der öffentlichen Hand stiegen im gleichen Zeitraum inflationsbereinigt jedoch um zehn Prozent. Die Verluste mussten öfters in Form neuer Zuschüsse ausgeglichen werden. Unter dem Strich machten die Beiträge der öffentlichen Hand 2014 insgesamt 291 Millionen Euro aus, was einer Steigerung um 137 Prozent seit 2010 entspricht.

Zufrieden ist der Rechnungshof dagegen mit den Bemühungen der VOR GmbH, alle Busverkehrsleistungen bis zum Jahr 2019 auszuschreiben. Schon die bisherigen Vergaben von Verkehrsleistungen hätten einen effektiveren Mitteleinsatz gebracht, weil gleichzeitig die Qualität gestiegen sei, meinen die Prüfer.

Das gilt aber nicht für alle Bereiche. Der von Land Burgenland und ÖBB-Personenverkehr abgeschlossene Verkehrsleistungsvertrag verstoße gegen EU-Recht, urteilt der Rechnungshof. (as, 3.3.2017)

  • Die Verkehrsregion Ost erneuerte vor zwei Jahren Teile ihrer Busflotte.
    foto: ho

    Die Verkehrsregion Ost erneuerte vor zwei Jahren Teile ihrer Busflotte.

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