Toshiba will Stromzählerfirma Landis+Gyr offenbar abstoßen

3. März 2017, 08:55
posten

UBS prüft Verkauf oder Börsengang – Landis+Gyr könnte 2 Mrd. Dollar wert sein

Der angeschlagene Industriekonzern Toshiba bereitet Insidern zufolge eine mögliche Veräußerung der Schweizer Tochter Landis+Gyr vor. Das japanische Unternehmen habe die Großbank UBS damit beauftragt, einen Verkauf oder einen Börsengang der Messtechnikfirma zu prüfen, sagten drei mit der Situation vertraute Personen am Donnerstag.

Eine Transaktion könne bereits nach den Sommerferien über die Bühne gehen und ein Volumen von zwei Milliarden Dollar (1,9 Mrd. Euro) erreichen. Als mögliche Käufer der Firma mit insgesamt gut 5.700 Mitarbeitern kommen den Insidern zufolge vor allem große Finanzinvestoren in Frage.

Probleme

Toshiba hat mit Milliardenabschreibungen auf das angeschlagene US-Atomkraftwerk-Geschäft zu kämpfen, zudem ist der Konzern noch von einem Bilanzskandal aus dem Jahr 2015 geschwächt. Um Sorgen um seine Kreditwürdigkeit aus dem Weg zu räumen, prüfen die Japaner unter anderem den Verkauf der wichtigen Chip-Sparte.

Landis+Gyr gehörten kurzzeitig einmal Siemens. Die Traditionsfirma aus der Zentralschweiz stellt Zähler her, mit dem Versorger und Endkunden den Verbrauch von Strom, Gas oder Wasser messen können. 2011 übernahm Toshiba Landis+Gyr zusammen mit der staatsnahen Innovation Network Corporation of Japan (INCJ) für 2,3 Milliarden Dollar. Toshiba hält 60 Prozent, INCJ den Rest. Landis+Gyr stellte für das Geschäftsjahr 2016 ein Umsatzwachstum von knapp fünf Prozent auf 1,64 Milliarden Dollar in Aussicht. (Reuters, 3.3.2017)

Share if you care.