Neue Manager-Jobs: ORF-Kulturredakteure kritisieren Wrabetz-Pläne

    2. März 2017, 16:28
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    Es sei unverständlich, dass in Sparzeiten neue Management-Posten geschaffen werden sollen, heißt es in einer Resolution an Wrabetz und Zechner

    Wien – Nach den Redakteurinnen und Redakteure der TV-Information und den Magazinjournalisten sind die Kulturredakteure die nächsten in einer Reihe von ORF-Journalisten, die per Resolution ihre Bedenken zu geplanten Einsparungen und Strukturänderungen zum Ausdruck bringen. Sie appellieren an ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz und Fernsehdirektorin Kathrin Zechner, hier im Wortlaut zu lesen:

    "Sehr geehrter Herr Generaldirektor,

    Sehr geehrte Frau Fernsehdirektorin,

    die Redakteursversammlung der FD4 hat in ihrer heutigen Sitzung einstimmig folgende Resolution beschlossen:

    Die Strukturreform des ORF wird medial heftig diskutiert und führt zu großer Unsicherheit in unserer Redaktion. Zum bereits angekündigten Sparprogramm bis 2020 wird die Einführung einer neuen Struktur kolportiert. Unverständlich ist uns, dass in Sparzeiten neue Management-Posten geschaffen werden sollen, die aus unserer Sicht in widersinnigen, kostenintensiven Parallelstrukturen resultieren. Wir befürchten, dass zusätzliche Führungsebenen zu Unklarheiten in der Zuständigkeit und zu einer deutlichen Verlangsamung von Entscheidungsprozessen führen. Darüber hinaus verwehren wir uns einer Verwässerung der Kompetenzen, zu der es im Fall einer Zusammenlegung der Bereiche Kultur, Wissenschaft und Religion kommen könnte. Die Fernseh-Kulturredaktion ist ein wesentlicher Bestandteil des gesellschaftspolitischen Diskurses und der kulturellen Identität des Landes. Diesen Status wollen wir in Zukunft aufrecht erhalten.

    Der Programm-Output der Fernseh-Kulturredaktion ist in den letzten Jahren deutlich angestiegen, und das trotz der massiven finanziellen und personellen Sparmaßnahmen der letzten Jahre – weniger Vollzeitäquivalente und keine freien MitarbeiterInnen mehr. Sowohl durch das Sparprogramm als auch durch die kolportierte neue Struktur sehen wir die journalistische Qualität unserer redaktionellen Arbeit massiv gefährdet und damit einen wesentlichen Teil des öffentlich-rechtlichen Programm- und Bildungsauftrags. Wir warnen vor teureren Strukturen auf Kosten des Programms.

    Der ORF profitiert wesentlich von dem Engagement seiner Fachredakteurinnen und –redakteure. Diese Qualität gilt es aufrecht zu erhalten, dafür ist eine transparente und direkte Kommunikation mit der Geschäftsführung erforderlich.

    Wir fordern – gemäß Redakteursstatut und ORF-Gesetz – vor grundsätzlichen Entscheidungen wie den bevorstehenden informiert und angehört zu werden." (red, 2.3.2017)

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