Jaguar, Land Rover und Co sorgen sich wegen Brexit-Folgen

3. März 2017, 07:00
110 Postings

In den vergangenen Monaten haben sich immer wieder britische Firmen der Autobranche zu Wort gemeldet und auf die Risiken des Brexit hingewiesen

Die Nachteile des britischen EU-Austritts erlebt der Vorstandschef des Automobilherstellers Jaguar Land Rover (JLR) am eigenen Leib. "Der Brexit bereitet mir erhebliche Kopfschmerzen und schlaflose Nächte", sagt Ralf Speth. Neben der Unsicherheit, die mit den bevorstehenden Verhandlungen zwischen London und Brüssel verbunden ist, habe die Insel auch mit Imageproblemen zu kämpfen.

Seit der Referendumsentscheidung vom Juni hätten vor allem in Südeuropa potenzielle Kunden den Kauf einer britischen Marke ausgeschlossen. "Unsere Verkaufszahlen sind nach wie vor sehr gut. Aber man fragt sich natürlich, ob es noch besser hätte sein können", sagt der aus Deutschland stammende Speth.

80 Prozent Export

Die traditionsreichen britischen Automarken Jaguar und Land Rover gehören seit neun Jahren zu der im indischen Mumbai beheimateten Tata Motors. JLR war 2016 mit gut einer halben Million Fahrzeugen der volumenstärkste Autobauer auf der Insel. Knapp 80 Prozent des Umsatzes erzielt das Unternehmen im Export. Rund die Hälfte der Komponenten kommen vom Kontinent.

Auf der Insel haben sich in den vergangenen Monaten immer wieder Firmen der Autobranche zu Wort gemeldet und auf die Risiken des Brexit hingewiesen. Das japanische Unternehmen Nissan hatte erst am Dienstag die konservative Regierung unter Premierministerin Theresa May zu Industriebeihilfen für Autozulieferer im Wert von umgerechnet 117 Millionen Euro aufgefordert. In einer Parlamentsanhörung maß Nissan-Manager Colin Lawther der Regierungsunterstützung "entscheidende Bedeutung" bei: "Sonst steht Nissans Erfolg infrage."

"Ich bin mir ganz sicher, dass die britische Regierung mit allen Unternehmen fair umgehen wird", sagt Speth. JLR beschäftigt 42.000 Mitarbeiter; einer Studie von Oxford Economics zufolge arbeiten weitere 300.000 Menschen für Zulieferer der Firma. (Sebastian Borger aus London, 3.3.2017)

    Share if you care.