"Sentinel-2B": Weiterer Erdbeobachtungssatellit der ESA startet

4. März 2017, 13:00
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Am 7. März soll der nächste europäische Umweltsatellit ins All gebracht werden

Wien – Europa verstärkt die Erdbeobachtung: Am Dienstag, 7. 3. soll vom europäischen Raumflughafen in Französisch-Guyana aus der Satellit Sentinel-2B mit einer Vega-Rakete starten. Derzeit sammeln vier Sentinel-Satelliten Informationen über den Zustand der Erde, heuer sollen weitere zwei gestartet werden – "ein Rekord", wie der ESA-Direktor für Erdbeobachtung, Josef Aschbacher, sagte.

Bis 2021 sollen im Rahmen des europäischen Erdbeobachtungsprogramms Copernicus insgesamt zehn Sentinel-Satelliten um die Erde kreisen. Sentinel-1A machte 2014 den Anfang, ein Jahr später folgte 2A, 2016 dann 3A und 1B. Nun startet Sentinel-2B, Mitte des Jahres folgt 5P als Vorbote für den für 2020 geplanten Sentinel-5, und Ende dieses Jahres dann Sentinel-3B.

"Drei Sentinel-Starts in einem Jahr sind ein Rekord und halten uns sehr auf Trab", sagte Aschbacher. Für den Tiroler Geophysiker, der seit dem Vorjahr bei der Europäischen Weltraumagentur ESA für den Bereich Erdbeobachtung zuständig ist, ist Copernicus einzigartig. Das in Partnerschaft von ESA und Europäischer Kommission durchgeführte Projekt sei ein gutes Beispiel, wie gut verschiedene Institutionen in Europa kooperieren.

Landwirtschaft und Umweltschutz

Sentinel-2B soll– um 180 Grad versetzt – in die gleiche Umlaufbahn in knapp 800 Kilometern Höhe wie sein Zwilling 2A gebracht werden. Damit decken die beiden Sonden alle fünf Tage alle Landoberflächen, großen Inseln sowie Binnen- und Küstengewässer zwischen 56 Grad südlicher und 84 Grad nördlicher Breite ab.

Mit Hilfe einer hochauflösenden Multispektral-Kamera liefern die beiden Satelliten Bilddaten vom sichtbaren Licht bis zum kurzwelligen Infrarotbereich. Daraus lassen sich etwa Informationen für die Landwirtschaft ablesen, über Zustand und Veränderung von Landoberflächen sowie von Wäldern und die Verschmutzung von Seen und Küstengewässern.

Datenzentren im Aufbau

Auch österreichische Unternehmen waren am Bau der Satelliten beteiligt: Von RUAG Space Österreich stammen die GPS-Navigationsempfänger, die Wiener Siemens-Tochter Convergence Creators stellte eine Reihe von Testgeräten zur Überwachung der Satellitensignale zur Verfügung.

Laut Aschbacher ist Europa mit den Sentinel-Satelliten "der größte Datenlieferant im Erdbeobachtungsbereich", wobei die gesamten Daten frei zugänglich sind. Auf dem offenen Datenportal gebe es mittlerweile 64.000 registrierte Nutzer. Zur Verwaltung der enormen Datenmengen, die täglich von den Satelliten kommen, werden europaweit Datenzentren aufgebaut, in Österreich ist vergangenes Jahr der "Sentinel National Mirror Austria" in Betrieb gegangen. (APA, 4.3.2017)

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