Aschermittwoch: Blauer Watschentanz mit Heringsgeschmack

Video1. März 2017, 21:19
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Deftiges beim politischen Aschermittwoch der FPÖ in Ried

Mit dem Faschingsende beginnt eigentlich die Zeit der Mäßigung und der Zurückhaltung. In den Reihen der FPÖ ist der Aschermittwoch aber traditionell der Tag, an dem man zumindest verbal in die Vollen greift. Am Mittwochabend ging in der Jahnturnhalle in Ried im Innkreis zum 26. Mal einer der Fixpunkte im blauen Jahreskreis über die Bühne: der politische Aschermittwoch. Hering, Bier, Blasmusik und Deftiges aus der FPÖ-Redenschmiede waren auch heuer wieder die Zutaten für einen aus Sicht der 2.000 Getreuen gelungenen Abend.

Den Reigen der launigen Reden eröffnete Oberösterreichs Landesparteiobmann Manfred Haimbuchner. "Rot und Schwarz haben ein klares Ablaufdatum, sie sind keine Alternative zu unserer Politik – und vor allem keine Therapie, kein Medikament für das Land." Und: "Wer in Österreich Politik für die Menschen macht, muss gegen den Strom schwimmen – nur der Abfall schwimmt mit dem Strom."

Abrechnung

FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache, an diesem Aschermittwoch mit Auftritten bei der AfD in Bayern und am Abend in Ried gut gebucht, setzte in seiner Rede auf das blaue Erfolgsrezept: Abrechnung mit dem politischen Mitbewerber, gewürzt mit Zuwanderungskritik und dazu noch einer kräftigen Prise "Systemmedien"-Schelte. "Kern und Kurz wären gute Chinesen. Die bauen und machen auch alles nach, was sie anderswo in der Welt sehen. Die ganze Regierungspolitik ist eine Produktpiraterie gegen die FPÖ. 95 Prozent kopieren und fünf Prozent Maßnahmen, die die FPÖ direkt verhindern sollen", polterte der FPÖ-Chef.

Und für Bundeskanzler Christian Kern gab es eine spezielle Botschaft: "Das Einzige, was noch dünner ist als seine Slim-Fit-Anzüge, das ist seine Politik." Rund um das Thema Eurofighter hielt sich Strache auffallend kurz: Es gebe in der Strafanzeige neue Hinweise, deswegen sei man auch mit den Grünen in Verhandlungen getreten. Man würde sich einem Untersuchungsausschuss "nicht verschließen", dieser dürfe aber nicht zur "grünen Politshow" verkommen.

Trump-Mauer

Zuletzt durfte auch US-Präsident Donald Trump zumindest indirekt in Ried nicht fehlen. Strache: "Ich finde es köstlich, wie sich die Linken über die Trump-Mauer zu Mexiko aufregen. Das sind dieselben, die die Mauer durch Berlin fast angebetet haben." (Markus Rohrhofer, 1.3.2017)

  • Heinz-Christian Strache mit einen Fan während des Politischen Aschermittwochs der FPÖ in Ried im Innkreis.
    apa/manfred fesl

    Heinz-Christian Strache mit einen Fan während des Politischen Aschermittwochs der FPÖ in Ried im Innkreis.

  • FPÖ-Chef Strache und Oberösterreichs Landeshauptmann-Stellvertreter Manfred Haimbuchner trinken ein Bier.
    apa/manfred fesl

    FPÖ-Chef Strache und Oberösterreichs Landeshauptmann-Stellvertreter Manfred Haimbuchner trinken ein Bier.

  • Heinz-Christian Strache bei seiner Rede in Ried.
    foto: apa/manfred fesl

    Heinz-Christian Strache bei seiner Rede in Ried.

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