Neue ORF-Kanalchefs: Skepsis auch unter roten Räten

2. März 2017, 07:00
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Brunhofer als künftiger ORF-2-Manager im "Freundeskreis" präsentiert

Wien – Nicht allein ORF-Redakteure und ihre Vertreter protestieren, wer künftig die ORF-Kanäle leiten soll. Auch unter Stiftungsräten stoßen die Besetzungspläne nach STANDARD-Infos auf einige Skepsis.

Thomas Zach, Sprecher der ÖVP-nahen Stiftungsräte, drängte im Finanzausschuss auf die Umsetzung der (lange geplanten) neuen Channel-Struktur. Donnerstag steht sie (und eine vorstandsnähere Geschäftsordnung) auf dem Programm des Stiftungsrats. Die bürgerliche ORF-1-Infochefin Lisa Totzauer soll Channel-Managerin werden; Sozialdemokrat Roland Brunhofer, zuletzt Salzburger Landesdirektor, Chef von ORF 2.

Brunhofer wurde den roten Räten bei ihrer jüngsten "Freundeskreissitzung" als künftiger Channel Manager präsentiert. Erfreut zeigte sich laut Ohrenzeugen Stiftungsrat Siegfried Meryn; ablehnend etwa Fraktionssprecher Erich Fenninger und Andrea Brem. Skeptisch sei Norbert Kettner, der bezweifle, ob Brunhofers "Exzentrik" Meinungsvielfalt in der TV-Information fördert. Kettner will sich dazu nicht äußern; es sei Sache des Generaldirektors, sein Management auszusuchen. Fenninger war nicht erreichbar.

Die ORF-Redakteure warnen in einer Resolution, schon der Anschein parteipolitischer Besetzung gefährde Ruf und Glaubwürdigkeit des ORF. (fid, 2.3.2017)

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