Zersetzung der Demokratie

Einserkastl1. März 2017, 18:02
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Will da einer auf den populistischen Krieg zur Abwürgung kritischer Medien aufspringen

Heinz-Christian Strache beim Aschermittwoch der AfD in Bayern: "Für öffentlich-rechtliches TV braucht man keine Zwangsgebühren, da reichen Müllgebühren." Dazu sein FP-Generalsekretär Harald Vilimsky auf Twitter, nachdem er in voller Verzückung Donald Trumps Tirade gegen die seriösen Medien beigewohnt hat: "Ein großartiger Politiker, der den korrupten linken Polit-Netzwerken und internationalen Fake-News-Medien mit Offenheit, Direktheit und erfrischender Ehrlichkeit begegnet. Weiter so!"

Schwenk nach Österreich zum ORF. Da soll ein Roland Brunhofer "Channel-Manager" für ORF 2 werden, mit besonderer Betonung der Infosendungen. Brunhofer wird von den Redakteuren eine Rede vorgehalten, die er 2016 im Landesstudio Salzburg gehalten hat: "Ich mache mir große Sorgen, dass der Journalismus an der Zersetzung der Demokratie beteiligt sein könnte. Und: Es kann nicht sein, dass wir frühmorgens mit einer Politikerverarschung beginnen und spätabends in einem politischen Verhör enden."

Politikerverarschung? Politisches Verhör? Sollte der "überzeugte Sozialdemokrat" Brunhofer das Morgenjournal oder die ZiB 2 meinen? Nein, nein, sagt er jetzt, das war eine "Systemanalyse" zur Entwicklung in Europa und der ganzen Welt. Ah, so! Und wir haben schon gedacht, da will einer auf den populistischen Krieg zur Abwürgung kritischer Medien aufspringen. (Hans Rauscher, 1.3.2017)

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