"Mein Kampf" als Lieblingslektüre in "Wolfsberger Zeitung"

    2. März 2017, 13:46
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    In der Leserrubrik "Persönlich ge(be)fragt" – Zeitung: "Auf die gegebenen Antworten nehmen wir keinen Einfluss"

    Wien – "Jagdlektüren und altes Brauchtum" sind für den einen die Lieblingslektüren, für den anderen "Mein Kampf und Zeitschriften. Bedauerlich ist, dass viele(s) schon oft getürkt sind (ist)". In der Kärntner Monatszeitschrift "Wolfsberger Zeitung", die kostenlos an 24.000 Haushalte im Lavanttal und Neuhaus geht, ist die Rubrik "Persönlich ge(be)fragt" seit Jahren fixer Bestandteil, um Menschen aus dem Lavanttal mittels acht Fragen vorzustellen.

    In der aktuellen Ausgabe gibt unter anderen auch ein Geschäftsführer – mit Namen und Foto vertreten – Auskunft, was sein Lebensmotto ist, was ihn nachdenklich stimmt und eben was er am liebsten liest. Warum ein Medium einem Mann eine Bühne gibt, der Adolf Hitlers Kampf- und Propagandaschrift als seine Lieblingslektüre bezeichnet, begründet die "Wolfsberger Zeitung" auf STANDARD-Anfrage nach Hinweis eines Lesers so. Im Rahmen dieser acht Fragen dürfe jeder antworten, was er für richtig hält: "Auf die gegebenen Antworten nehmen wir keinen Einfluss, solange diese nicht gegen geltendes Recht verstoßen."

    Es handle sich um die persönliche Meinung des Befragten und spiegle nicht die Ansicht der Redaktion wider, wird betont: "Bislang wurde noch niemand unserer persönlich Befragten zensuriert, jede Antwort wurde von uns so gedruckt, wie sie die Person angegeben hat."

    Sollte jemand die "Wolfsberger Zeitung" auch nur in die Nähe des Nationalsozialismus rücken, drohen rechtliche Schritte, denn: "Wir möchten klar festhalten, dass wir eine politisch unabhängige Zeitung sind und uns klar und deutlich vom Nationalsozialismus distanzieren." Eigentümer und Herausgeber der "Wolfsberger Zeitung" ist die WZ Medien GmbH. (red, 2.3.2017)

    • Ein Kärntner in der "Wolfsberger Zeitung" über seine Lieblingslektüre: "Mein Kampf und Zeitschriften. Bedauerlich ist, dass viele(s) schon oft getürkt sind (ist)."
      foto: screenshot / wolfsberger zeitung

      Ein Kärntner in der "Wolfsberger Zeitung" über seine Lieblingslektüre: "Mein Kampf und Zeitschriften. Bedauerlich ist, dass viele(s) schon oft getürkt sind (ist)."

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