Sparmaßnahmen: Redakteure der ORF-Magazine sehen Qualität gefährdet

1. März 2017, 17:27
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Warnen davor "in Zeiten großer Einsparungen, eine weitere ChefInnen-Ebene zu etablieren"

Wien – Auch die Redakteure der ORF-Magazine wehren sich am Mittwoch in einer Resolution gegen Sparmaßnahmen. "Die Qualität unserer Berichterstattung würde durch einen weiteren möglichen Personalabbau gefährdet werden", heißt es darin. Auch sie warnen davor, "eine weitere ChefInnen-Ebene zu etablieren". Entscheidungsstrukturen würden dadurch unklar, "Doppelstrukturen verkomplizieren die journalistische Arbeit."

Die Resolution der Magazin-Redakteure im Wortlaut:

Sehr geehrter Herr Generaldirektor,

sehr geehrte Frau Direktorin,

die Redakteursversammlung der FD9 hat in ihrer heutigen Sitzung folgende Resolution einstimmig beschlossen:

Diverse Sparmaßnahmen haben die Redaktionen der FD9 in den letzten Jahren personell bereits sehr ausgedünnt.

Wir verwehren uns dagegen, dass weiterhin im Bereich des Magazin- und Hintergrundjournalismus gespart wird. Die Qualität unserer Berichterstattung würde durch einen weiteren möglichen Personalabbau gefährdet werden.

Dazu gehört insbesondere der in den letzten Tagen kolportierte Abbau von freien MitarbeiterInnen, PraktikantInnen, Kamera- und TonassistentInnen.

Wir warnen davor in Zeiten großer Einsparungen, eine weitere ChefInnen-Ebene zu etablieren. Entscheidungsstrukturen werden dadurch unklar, Doppelstrukturen verkomplizieren die journalistische Arbeit.

Mit den RedakteurInnen der Magazine gibt es derzeit keine Kommunikation über angeblich geplante Redaktionszusammenlegungen, Veränderungen in der Struktur und neue Ressortzuteilungen seitens der Geschäftsführung. Wir erwarten, dass die betroffenen RedakteurInnen (Redakteursausschuss oder Redakteursversammlung) laut Redakteursstatut – vor Entscheidungen – informiert und angehört werden.

Nicht zuletzt verwehren wir uns gegen geschäftsschädigende Aussagen wie "kriselnder Vorabend" , wie sie zuletzt in bestimmten Print-Medien wiedergegeben wurden.

Die aktuellen Mediadaten beweisen das Gegenteil." (red, 1.3.2017)

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