Steuerfahnder haben Stronachs Einnahmen in der Schweiz im Visier

1. März 2017, 16:48
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"Handelszeitung": Schweiz leistet Österreich Rechtshilfe – "Korrekte Besteuerung in den Jahren 2012 bis 2014 sicherstellen"

Wien/St. Gallen – Die Schweiz leistet Österreich in Sachen Steuerverhältnisse des austro-kanadischen Milliardärs Frank Stronach einem Medienbericht zufolge Rechtshilfe. Es bestehe der Verdacht, dass Stronach sein "Welteinkommen" in der Schweiz nicht vollständig deklariert habe, heißt es laut "Handelszeitung" in einem jüngst ergangenen Urteil des Bundesverwaltungsgerichts St. Gallen.

Nun muss der Gründer des Autozulieferers Magna seine Steuerverhältnisse in der Schweiz offenlegen: Man wolle "eine korrekte Besteuerung in den Jahren 2012 bis 2014 sicherstellen", schreibt die Zeitung am Mittwoch. Der Ex-Magna-Chef und -Aufsichtsrat beriet das Unternehmen noch bis 2014. Laut dem Bericht erhielt er dafür Honorare, die über eine Firma im Schweizer Kanton Zug abgerechnet wurden.

Das St. Galler Bundesverwaltungsgericht entschied jedenfalls, dass die Eidgenössische Steuerverwaltung ihren österreichischen Kollegen Rechtshilfe in Sachen Stronach leisten darf.

Provisionen und Gebühren

Die österreichischen Steuerfahnder haben neben Stronach als natürlicher Person auch seine Zuger Gesellschaft namens Stronach & Co im Visier, schreibt die "Handelszeitung". Im Wesentlichen geht es demnach um den Steuerstatus der Kommanditgesellschaft, über die laut dem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts ein großer Teil der Provisionen und Management-Fees des Magna-Konzerns an Stronach persönlich geflossen sein soll.

Ein Magna-Sprecher wollte sich laut dem Bericht nicht zu der Angelegenheit äußern, Stronach-Anwälte ließen eine Anfrage der "Handelszeitung" unbeantwortet. Eine Stronach-Sprecherin war Mittwochnachmittag für die APA kurzfristig nicht erreichbar. Stronach bleibt nach dem Urteil der Weiterzug ans Bundesgericht in Lausanne.

Stronach legte Steuern offen

Als Stronach im Wahlkampf 2013 als Parteigründer des Teams Stronach auftrat, das er inzwischen nicht mehr finanziell unterstützt, war er den Vorwürfen der politischen Konkurrenz, er sei ein Steuerflüchtling und zahle in Österreich zu wenige Steuern, entgegengetreten: Er gab an, zwischen 1998 und August 2013 knapp 19 Millionen Euro Steuern gezahlt zu haben. "Ich habe nie ein Problem, das offenzulegen, was ich in Österreich verdiene und wie viel Steuern ich in Österreich zahle", sagte Stronach Ende August 2013.

Seit der Aufnahme seiner Aktivitäten in Österreich 1998 hat Stronachs Einkommen laut seinen eigenen Angaben etwa 38 Millionen Euro betragen, was bei einem Steuersatz von 50 Prozent knapp 19 Millionen Euro Steuern ergebe (pro Jahr rund 1,2 Millionen). Die Journalisten erhielten nach der damaligen Pressekonferenz ein notariell beglaubigtes Schreiben, in dem aufgrund einer Einsichtnahme über Finanz Online in Stronachs Steuerkonto bestätigt wird, dass zwischen 2006 und 20. August 2013 knapp zehn Millionen Euro Einkommensteuer an das Finanzamt Baden Mödling geleistet wurden. (APA, 1.3.2017)

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