ORF Online protestiert vor Stiftungsratssitzung gegen Fusion mit Programmservice

1. März 2017, 14:55
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Viele Fragen offen – ORF.at-Redakteure sorgen sich um redaktionelle Unabhängigkeit

Wien – Einen Tag vor der Sitzung des Stifungsrats am Donnerstag macht die Belegschaft der ORF Online und Teletext GmbH & Co KG noch einmal gegen die Fusionspläne der ORF-Geschäftsführung mit der ORF Programmservice GmbH & Co KG mobil, DER STANDARD berichtete über die Pläne und Proteste dagegen.

In einem Schreiben an ORF-Chef Alexander Wrabetz und den kaufmännischen ORF-Direktor Andreas Nadler äußern die ORF.at-Redakteursvertreter am Mittwoch ihre Besorgnis über die geplante Eingliederung. "Zahlreiche Fragen sind weiter offen, insbesondere ist die Redaktion von ORF.at äußerst besorgt darüber, dass die redaktionelle Unabhängigkeit mit diesen Plänen gefährdet wird", heißt es darin. Die Redakteursvertreter von ORF.at appellieren, die Strukturen klar getrennt zu halten. Es sei außerdem unklar, ob die "geplanten Konstruktion rechtlich überhaupt möglich ist und ob eine glasklare Trennung tatsächlich kommt".

"Wir weisen erneut und mit Nachdruck darauf hin, dass eine Berufung von Frau Cox-Riesenfelder, der Ko-Geschäftsführerin der Werbetochter ORF Enterprise, nach innen wie nach außen nur als Bestätigung all der von uns wiederholt geäußerten Befürchtungen gesehen werden kann", heißt es im Schreiben der ORF On-Belegschaft weiter. Außerdem würde "mit der Übernahme von 60 Mitarbeitern, die mit der Untertitelung für TV-Sendungen befasst sind, der Auftrag der ORF Online verwässert".

Ein Gespräch zwischen Geschäftsführung und Belegschaft finde erst kommende Woche statt, also nach der Stiftungratssitzung. "Zu befürchten ist damit, dass wir vor vollendete Tatsachen gestellt werden", so die Redakteursvertreter. (red, 1.3.2017)

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