Grazer Kinobetreiber Nikos Grigoriadis gestorben

1. März 2017, 13:29
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Der langjährige Programmkinoleiter starb nach langer schwerer Krankheit

Graz – Großer Verlust für die Grazer Cineasten-Szene: Nikos Grigoriadis, der langjährige Leiter des KIZ Royal, Nikos Grigoriadis, ist tot. Mit ihm verliere die heimische Kinolandschaft einen ihrer Pioniere und die Diagonale einen jahrzehntelangen Wegbegleiter, wie seitens des Filmfestivals Diagonale bekanntgegeben wurde. Betroffen zeigte sich auch die Grazer Kulturstadträtin Lisa Rücker (Grüne).

Wie Sohn Georg Grigoriadis der APA sagte, war Nikos Grigoriadis bereits am vergangenen Sonntag nach langer schwerer Krankheit gestorben. Den Lichtspielen hat der langjährige Programmkino-Betreiber auch nach Bekanntwerden seiner Krebserkrankung die Treue gehalten. "Kino war seine Leidenschaft, sein Leben. Er war immer dort, bis zuletzt", sagte sein Sohn.

Der im Jahr 1954 in Sofia (Bulgarien) geborene und seit den 1970er Jahren in Graz lebende Filmkenner brachte seit mehr als 30 Jahren als Betreiber des Grazer Alternativ-Kinovereins "KIZ – Kritisches Informationszentrum" Filme jenseits des Mainstreams in die steirische Landeshauptstadt. Das "Augartenkino KIZ" wurde für Generationen von Cineasten zur Heimat und der Genuss von Filmen in der Originalversion zum Standard – auch nach der Übersiedlung des Programmkinos vom Augarten in die nahe gelegene Conrad von Hötzendorfstraße 10 (KIZ RoyalKino).

"Hochpolitisch, kritisch und beseelt"

Viel Wert legte Grigoriadis stets darauf, eine, wie er selbst immer sagte "zeitgemäße Alternative für multiplexerfahrene Jugendliche und junge Erwachsene" zu ermöglichen und eine Plattform zur Auseinandersetzung und Diskussion mit Filmschaffenden und -experten zu bieten.

Betroffen vom Tod der Grazer Filmikone Nikos Grigoriadis zeigt sich die Grazer Kulturstadträtin Rücker: "Nikos Grigoriadis war ein hochpolitischer, kritischer und vom Film beseelter Mensch", so die Stadträtin. Dass das Arthouse-Kino und der Independent Film in Graz ein fixer Bestandteil der Kulturszene sei, sei ihm "und seiner bewundernswerten Beharrlichkeit" zu verdanken.

Von Anbeginn war das KIZ Standort der Diagonale. Mit Grigoriadis "verliert die österreichische Kinolandschaft einen ihrer Pioniere und die Diagonale einen jahrzehntelangen Wegbegleiter, Unterstützer, Kritiker und Freund des Festivals", hieß es vonseiten der Diagonale in einem ersten Statement. Die Verabschiedung findet am Samstag (12.15 Uhr) in der Feuerhalle Graz statt. Grigoriadis hinterlässt zwei erwachsene Söhne. (APA, 1.3.2017)

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