Flughafen Wien schreibt wegen Aus für dritte Piste 30 Millionen Euro ab

1. März 2017, 13:59
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Dividende steigt um 25 Prozent auf 0,626 Euro je Aktie

Wien – Das vom Bundesverwaltungsgericht (BvWG) jüngst gesprochene Urteil, dass die dritte Piste am Wiener Flughafen nicht gebaut werden darf, erbost die beiden Vorstände Günther Ofner und Julian Jäger. Bei der Bilanzpressekonferrenz am Mittwoch teilten sie mit, dass sie in der Bilanz für 2016 daher 30,4 Millionen Euro abschreiben müssen, da in den vergangenen Jahren etliche Verfahrenskosten, Umweltverträglichkeitsprüfungen und Mediation mit den Anreinern als Ausgaben sowie Investitionen anfielen.

Es sei eine "Frotzelei", wenn nach 16 Jahren, fünf Mediationen, elf Umweltverträglichkeitsprüfungen und elf Gutachtern festgestellt wird, das dieses Projekt nicht gesetzeskonform sei, sagt Ofner. Der Flughafen geht jetzt mit einer außerordentlichen Beschwerde zum Verfassungs- und Verwaltungsgerichtshof.

Das Nachsehen haben auch die Anrainergemeinden, die Geld aus dem Umweltfonds bekommen hätten, das sie zum Teil bereits für Investitionen verplant haben.

Das BVwG hatte entschieden, dass die dritte Piste nicht gebaut werden dürfe, da dadurch der CO2-Ausstoß in Österreich steigen würde, während man sich zu einem Abbau der CO2-Emissionen verpflichtet hat. Außerdem monierte das Gericht den Bodenverbrauch durch den Bau der dritten Piste.

100 Millionen Euro an Investitionen in diesem Jahr

Der Flughafen werde auch heuer wieder investieren: Aufgrund der Nachfrage nach Büros werde der Bau des Officeparks vier vorgezogen und soll bis spätestens 2020 fertig sein. Das größte Projekte ist der Bau des Moxy-Hotels, das Ende des Jahres fertig sein soll. Dazu kommt die Umstellung des Fuhrparks in Richtung Elektromobilität. In Summe sollen 100 Millionen investiert werden. Wegen eines Bescheids der Finanzmarktaufsicht betreffend die Konsolidierung des Flughafens Malta wurden die Konzernabschlüsse 2015 und 2016 so angepasst, als wäre die Konsolidierung bereits 2006 erfolgt, berichtet Ofner.

Der Ausblick für heuer sei positiv, aber man wisse nicht, welche Auswirkungen die Umstrukturierungen bei Air Berlin und Niki haben werden. Jäger hofft, dass die Ausfälle durch AUA, Eurowings und Easyjet reduziert werden können.

Angesichts der Ergebnisse soll die Dividende für 2016 um ein Viertel auf 0,625 je Aktie (2015: 0,50 Euro) steigen. Damit würde der Flughafen in Summe 52,5 Millionen Euro ausschütten, das ist nach Minderheiten etwas mehr als die Hälfte (51,2 Prozent) des Gewinns. Der Umsatz stieg um drei Prozent auf 741,6 Millionen, der Gewinn vor Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) stieg um 5,5 Prozent auf 329,8 Millionen Euro. Operativ gab es 172,0 Millionen Euro Gewinn (plus 0,1 Prozent). (cr, 1.3.2017)

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