Ärger wegen Überschrift: Tech-CEO twittert Sexhotline an Journalisten

    1. März 2017, 11:30
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    Bericht stellte finanzielle Bewertung der Firma in Frage – "Ruf mich an unter 1-800-EAT-DICK"

    Nicht nur Uber-Chef Travis Kalanick sieht sich nach einem entglittenen Streitgespräch mit einem Fahrer in der Kritik, auch ein anderer Tech-CEO hat sich Ärger eingehandelt. Nämlich Ryan Holmes, Chef von Hootsuite Media, das eine Plattform für das Management von Social Media-Kanälen anbietet.

    Doch was war geschehen? Gerrit De Vynck, Journalist bei Bloomberg, hatte einen Artikel über Hootsuite verfasst, der sich mit der finanziellen Bewertung der Firma befasst, die möglicherweise bald an die Börse geht. Darin erklärt er unter Berufung auf Insider, dass der 2014 kolportierte Betrag von einer Milliarde Dollar stark übertrieben gewesen sei und das kanadische Unternehmen eher bei 700 bis 750 Millionen Dollar liege.

    Artikel sprach Hootsuite "Einhorn"-Status ab

    Laut dem Artikel hatte De Vynck vor Veröffentlichung des Artikels um einen Kommentar von Hootsuite gebeten, was eine Sprecherin jedoch abgelehnt habe. Nach dem der Text online ging, kritisierte Holmes jedoch den Bloomberg-Schreiber für die "schlüpfrige Headline" des Artikels.

    Sie lautet "Hootsuite: Das Einhorn, das es niemals gab", wobei Einhorn eine gängige Bezeichnung für kleinere Techfirmen ist, denen sehr hohes Zukunftspotenzial zugesprochen wird.

    "1-800-EAT-DICK"

    Der Journalist antwortete ihm unter Angabe seiner Telefonnummer und bot ein direktes Gespräch an, dokumentiert Buzzfeed-Autorin Caroline O’Donovan mittels Screenshot. Worauf Ryan seinerseits wiederum eine Nachricht schickte: "Habe versucht [anzurufen], aber komme nicht durch. Versuch es mal bei mir… 1-800-328-3425."

    Übersetzt man die Nummer auf die gängige Belegung der Zifferntasten von klassischen Handys und Telefonen, wie in US-Werbeeinschaltungen üblich, wird daraus "1-800-EAT-DICK", also eine als Beleidigung gemeinte Aufforderung zum Oralverkehr.

    Gerade in einer Zeit, in der gleich mehrere Tech-Unternehmen aufgrund der Toleranz gegenüber sexueller Belästigung innerhalb ihrer Firmenkultur heftig kritisiert werden, sei es nicht sehr überlegt, auf diese Art zu reagieren, merkt sie an.

    Holmes zeigt sich mittlerweile reuig und hat seine Nachricht gelöscht. "Ich entschuldige mich für meinen heutigen Humorversuch", schreibt er nun. "Er war jenseitig." (red, 01.03.2017)

    • Mit einer wenig freundlichen Reaktion auf ein Gesprächsangebot hat sich der Hootsuite-CEO Ryan Holmes Kritik eingehandelt.
      foto: apa/afp/josh edelson

      Mit einer wenig freundlichen Reaktion auf ein Gesprächsangebot hat sich der Hootsuite-CEO Ryan Holmes Kritik eingehandelt.

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