Capitals gewinnen Marathon-Krimi gegen Innsbruck

1. März 2017, 09:37
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Wiener setzen sich nach 104 Minuten und erst nach Mitternacht gegen Innsbruck durch und führen im Play-off ebenso wie der KAC 2:0 – Niederlage für Black Wings

Innsbruck – Die Vienna Capitals und HC Innsbruck haben Stehvermögen gezeigt. Erst in der 104. Minute und damit erst nach Mitternacht fiel die Entscheidung im zweiten Spiel der "best-of-seven"-Serie zugunsten des Siegers der "Pick Round". Zum Matchwinner beim 4:3 avancierte Taylor Vause. Er sorgte dafür, dass die Caps dank einer 2:0-Führung voll auf Kurs Richtung Halbfinale der Erste Bank Eishockey Liga sind.

In Innsbruck brach bereits nach sechs Sekunden eine Plexiglasscheibe, was eine längere Pause mit sich brachte. Nach der Montage einer Ersatzscheibe konnten die Wiener in der Tiroler Wasserkraft Arena zwar durch einen Treffer von Kelsey Tessier (5./PP) vorlegen, den Schwung aber nicht mitnehmen. Die Tiroler waren es, die in ihrem ersten Play-off-Heimspiel seit 1. März 2009 Akzente setzten. Andrew Clark (9.) glich aus und Mario Lamoureux ließ die Heim-Fans gleich doppelt (11./SH, 17./PP2) jubeln.

Die im ersten Spiel mit 5:0 siegreich gebliebenen Caps meldeten sich im zweiten Abschnitt aber zurück. Riley Holzapfel gelang der Anschlusstreffer (25./PP) und der 28-jährige Kanadier war es auch, der die Gäste im Schlussabschnitt (49./PP2) in die Verlängerung brachte, bei einer Überzahl seinen Doppelpack fixierte.

Sechster Capitals-Sieg gegen Innsbruck

Die entscheidende Phase war an Spannung kaum zu überbieten. Zuerst trafen die Innsbrucker Aluminium (72./Latte), dann auch die Wiener (76./Stange). Tor fiel aber in der Folge auch in der zweiten Verlängerung keines. Erst nach exakt 103:55 Minuten Spielzeit machte Vause dem Krimi ein Ende. Die Wiener setzten damit ihre Erfolgsserie gegen die Tiroler mit dem sechsten Sieg hintereinander fort.

Für Caps-Coach Serge Aubin war es ein typisches Play-off-Spiel. "Beide Teams haben hart gefightet. Im ersten Drittel haben wir unseren Fokus kurz verloren. Da haben wir gesehen, wozu Innsbruck imstande ist. Die Haie haben unsere Fehler sofort bestraft. Aber wir haben uns wieder gefangen. Wir erzielten drei wichtige Treffer im Powerplay, in der Overtime entscheiden dann Kleinigkeiten. Wir wussten, dass ein kleiner Fehler den Ausschlag geben kann. Rafael Rotter hat einen tollen Pass auf Taylor Vause gespielt und dann war der Overtime-Sieg in der Tasche. Hier, auswärts auf 2:0 zu stellen, war sehr wichtig. Aber es ist noch lange nicht vorbei. Es wartet noch ein weiter Weg auf uns."

Makellose Klagenfurter, geschlagene Linzer

Der KAC ist weiterhin makellos unterwegs. Die Klagenfurter behielten am Dienstagabend auch im zweiten Spiel gegen den HC Znojmo die Oberhand, siegten knapp mit 3:2. Noch alles offen ist hingegen im Duell von HCB Südtirol mit den Black Wings Linz. Die Bozener gewannen zu Hause 3:1 und glichen auf 1:1 aus.

Die Klagenfurter machten in Tschechien den nächsten Schritt in Richtung Halbfinale. Zum Matchwinner avancierte Thomas Hundertpfund mit einem Doppelpack (14., 42.). Zuvor hatte Stefan Geier (13.) die schnelle Führung der Hausherren durch Libor Sulak (4.) ausgeglichen. Sulak war es wiederum, der die Tschechen mit dem zwischenzeitlichen 2:2 (38.) zurückbrachte. In der Schlussphase brachten die Klagenfurter den Sieg mit einer starken Defensivleistung über die Zeit.

Enge Partie in Znojmo

Für Znojmo ging damit nach fünf Erfolgen en suite ausgerechnet gegen jenen Club die eigene Heimserie zu Ende, der den Tschechen am 13. Jänner (3:4) auch die zuvor letzte Niederlage vor eigenem Publikum zugefügt hatte. Die Klagenfurter haben jetzt schon acht Liga-Partien hintereinander gewonnen und das genauso in Znojmo. Der Vizemeister steht nach der zweiten Niederlage im Play-off schon stark unter Druck. Wie beim 3:4 nach Verlängerung am Sonntag in Klagenfurt, das erst nach 77 Minuten und 34 Sekunden feststand, war es auch diesmal eine enge Partie.

Mangel an Effizienz bei Linzern

Über weite Strecken ausgeglichen war auch das Aufeinandertreffen von Linz und Südtirol in Bozen. Die Black Wings mussten neben dem gesperrten Sebastien Piche auch auf den verletzten Rick Schofield verzichten und waren zu Beginn vor allem mit Defensivarbeit beschäftigt. Goalie Mike Ouzas zeichnete sich einige Male aus, war nach einem Konter und Abschluss von Ryan Glenn (6.) aber machtlos. Erst mit Fortdauer des zweiten Abschnitts kamen die Oberösterreicher besser in die Partie und übernahmen das Kommando. Im Abschluss fehlte aber die nötige Effizienz.

Die passte dann nach Wiederbeginn bei Daniel Oberkofler (42.), der für den leistungsgerechten Ausgleich sorgte. Linz hätte nachlegen können, David Franz ließ aber eine Doppelchance ungenutzt. Das rächte sich, Andrew-Michael Yogan (47.) brachte die Hausherren nach einem Gegenstoß neuerlich voran. Linz-Coach Rob Daum riskierte in der Schlussphase alles, die Folge war aber Lindsay Sparks Treffer zum 3:1-Endstand (60.) ins leere Tor. Damit startete die Serie genauso wie 2015. Auch damals hatten die Foxes zu Hause auf 1:1 gestellt. Am Freitag können die Linzer, die Spiel eins mit 2:1 nach Verlängerung gewonnen hatten, vor eigenem Publikum wieder vorlegen.

Das zweite Spiel zwischen Meister Red Bull Salzburg und den Graz 99ers geht am Mittwoch in der Steiermark über die Bühne. Der Titelverteidiger führt in der Serie nach einem 3:0-Auftaktsieg 1:0. Die dritten Begegnungen steigen alle am Freitag. (APA, 1.3.2017)

EBEL vom Sonntag – Viertelfinale (best-of-seven), 2. Spiel:

HC Innsbruck – Vienna Capitals 3:4 n.V. (3:1,0:1,0:1/0:1 in 3. Verlängerung). Innsbruck, Tiroler Wasserkraft Arena, 2.600. Tore: Clark (9.), Lamoureux (11./SH, 17./PP2), Vause (104.) bzw. Tessier (5./PP), Holzapfel (25./PP, 49./PP2). Strafminuten: 18 bzw. 14. Stand in der Serie: 0:2. Nächstes Spiel am Freitag (19.45 Uhr) in Wien.

HCB Südtirol – Black Wings Linz 3:1 (1:0,0:0,2:1). Bozen, Eiswelle, 3.885. Tore: Glenn (6.), Yogan (47.), Sparks (60./EN) bzw. Oberkofler (42.). Strafminuten: 4 bzw. 8. Stand in der Serie: 1:1. Nächstes Spiel am Freitag (19.15 Uhr) in Linz.

HC Znojmo – KAC 2:3 (1:2,1:0,0:1). Znojmo, Hostan arena, 2.954. Tore: Sulak (4., 38.) bzw. S. Geier (13.), Hundertpfund (14., 42.). Strafminuten: 8 bzw. 6. Stand in der Serie: 0:2. Nächstes Spiel am Freitag (19.15 Uhr) in Klagenfurt.

  • Capitals-Headcoach Serge Aubin: "Beide Teams haben hart gefightet. Im ersten Drittel haben wir unseren Fokus kurz verloren. Da haben wir gesehen, wozu Innsbruck imstande ist. Die Haie haben unsere Fehler sofort bestraft. Aber wir haben uns wieder gefangen."
    foto: apa/herbert neubauer

    Capitals-Headcoach Serge Aubin: "Beide Teams haben hart gefightet. Im ersten Drittel haben wir unseren Fokus kurz verloren. Da haben wir gesehen, wozu Innsbruck imstande ist. Die Haie haben unsere Fehler sofort bestraft. Aber wir haben uns wieder gefangen."

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