Sony Xperia XZ Premium im Hands-on: Beeindruckende Kamera

5. März 2017, 16:26
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Der Hersteller lässt bei seinem Flaggschiff alle Muskeln spielen

Einer jener Hersteller, die auch dieses Jahr wieder am Mobile World Congress mit Features geklotzt und nicht gekleckert haben, ist Sony. Das neu vorgestellt Xperia XZ Premium kommt mit einem 4k-HDR-Display, einer neuen Kamera und den Snapdragon-Prozessor 835 hat das Smartphone auch gleich mit an Bord.

Display

Beeindruckend war das 4k-Display schon beim Xperia Z5 Premium, bei dem es Sony zum ersten Mal verbaut hat. Beim neuen Highend-Modell wird nun auch HDR unterstützt, was die Kontraste besonders bei dunklen oder hellen Bildbereichen erhöht und somit ein klareres Bild ergibt. Auf dem Mobile World Congress konnte das Display direkt mit einem Gerät ohne HDR verglichen werden. Die Unterschiede sind merkbar, allerdings nur bei bestimmten Motiven bzw. Szenen. Mau sieht es derzeit noch mit 4k-HDR-Content für Smartphones aus. Zumindest zum Start des Smartphones soll Amazon dann auch die ultrahochauflösenden Videos über seine App anbieten. Sony hat dafür eine Kooperation mit dem Streamingdienst geschlossen.

foto: standard/riegler
Das 4k-Display unterstützt nun auch HDR.
standard/riegler
Das Xperia XZ Premium kommt mit Android 7.1 auf den Markt.

Kamera

Viel Leistung steckt auch in der Hauptkamera mit 19-Megapixel-Sensor, der Sony den Namen Motion Eye verliehen hat. Sie verfügt über einen Memory Stacked Sensor – der Speicher ist direkt am Sensor integriert, was ein schnelleres Speichern und Bearbeiten von Aufnahmen mit sich bringt. Die zwei Features, die der Hersteller bei der Kamera besonders hervorhebt sind die Superzeitlupe und der überarbeitete vorausschauende Fokus.

In Superzeitlupe können Videos mit 960 Bildern pro Sekunde bei einer Auflösung von 720p gemacht werden. Allerdings mit einer Einschränkung. Denn es ist nicht möglich, lange Sequenzen durchgehend auf diese Art zu filmen. Die Kamera erlaubt das immer nur für ein paar Sekunden, dann wird wieder in normaler Geschwindigkeit aufgenommen. Nach kurzer Zeit ist wieder die Superzeitlupe möglich und so weiter und so fort. Das Ergebnis ist erstaunlich, eignet sich aber nur für kurze Momentaufnahmen.

Überarbeitet wurde auch der vorausschauende Fokus. Er ist von Haus aus aktiv und erkennt sich bewegende Objekte. Drückt man dann auf den Auslöser, werden immer vier Fotos angeboten, die schon die Momente vor dem eigentlich Abdrücken zeigen. Im Hands-on hat das mit dem Testgerät grundsätzlich gut funktioniert, nur einmal wurde die Bewegung nicht erkannt. Für Selfies gibt es auf der Frontseite eine Kamera mit 16 Megapixel.

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Der vorausschauende Fokus macht bei bewegten Objekten automatisch vier Aufnahmen, aus denen man dann die beste auswählen kann.
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Der graue Button über dem Videoknopf (mit rotem Punkt) zeigt an, ob das Smartphone bereits zur Zeitlupenaufnahme ist.

Neuer Snapdragon

Während das ebenfalls in Barcelona vorgestellte LG G6 noch mit Qualcomms Snapdragon 821 auf den Markt kommt, steckt im Xperia XZ Premium bereits der neue 835. Mit dem Chip werden auch Download-Geschwindigkeiten von 1 Gbit/s (LTE Cat 16) unterstützt. In Österreich wird das allerdings noch nicht möglich sein, da die Mobilfunker die Netze noch nicht entsprechend nachgerüstet haben.

Hochwertig will Sony auch das Gehäuse wirken lassen und steckt das XZ Premium in eine glänzende Hülle aus Aluminium und Glas. Damit Display und Rückseite nicht gleich mit Kratzern übersät sind, werden sie von Gorilla Glas 5 geschützt. Vor Fingerabdrücken ist das Gehäuse jedoch nicht gefeit. Sie sind besonders bei der Farbvariante Chrom zu sehen, bei der die Rückseite quasi auch als Spiegel genutzt werden kann. Sony verspricht bei den finalen Geräten eine abweisende Schicht aufzubringen. Dennoch kommen Zweifel auf, dass diese die unschönen Tapper so ganz verhindern kann. Ansonsten ist das Gehäuse vor Staub geschützt und kann 30 Minuten lang einen Meter tief unter Wasser getauscht werden (IP 65/68). Sony spricht hier aber lieber von wassergeschützt als wasserdicht. Die Erfahrung habe gezeigt, dass viele Nutzer beim Begriff wasserdicht davon ausgehen, dass sie das Gerät stundenlang mit ins Meer zum Baden nehmen können, so das Unternehmen. Doch das halten Smartphones ohne spezielle Schutzhülle allerdings nicht aus.

Was der Hersteller beim Premium-Modell ebenfalls noch nicht vermag, ist den Rahmen um das Gehäuse zu minimieren. Das liegt laut Sony unter anderem an der Kamera. Wer sich ein besonders schmales, dünnes Smartphone mit randlosem Display wünscht, ist beim XZ Premium an der falschen Adresse.

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In der Farbvariante Chrom spiegelt das Gehäuse und ist anfällig für sichtbare Fingerabdrücke. Die Testgeräte in Barcelona waren laut Sony aber noch nicht mit der abweisenden Schutzschicht überzogen, die bei den finalen Smartphones zum Einsatz kommt.
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Beim schwarzen Gehäuse sind die Tapper nicht aus auffällig, es reflektiert auch nicht so stark. Ein fast randloses Display gibt es bei anderen Sony-Smartphones, nicht beim XZ Premium.

Marktstart und Preis

Das Xperia XZ Premium kommt im Juni mit Android 7.1 um 749 Euro auf den Markt. Der Preis ist für ein Gerät dieser Größe und Ausstattung sehr angemessen. Interessant wird, wieviel LG für sein G6 verlangen wird, das ebenfalls mit einem tollen Display und einer hochwertigen Kamera aufwarten kann. Und natürlich, wie sich das XZ Premium im Vergleich zum Samsung Galaxy S8 schlagen wird, das am Mobile World Congress fehlte und erst im April vorgestellt werden soll. (Birgit Riegler aus Barcelona, 5.3.2017)

Hinweis im Sinn der redaktionellen Richtlinien: Die Einladung zum Mobile World Congress erfolgte auf Einladung von Sony.

Link

Sony

Nachlese

LG G6 im Hands-on: Handlich trotz Riesendisplays

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