Empörungssturm im Wasserglas wegen auf dem Sofa kniender Conway

28. Februar 2017, 16:32
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Kritiker werten Verhalten von Trumps Vertrauter Conway als Respektlosigkeit, andere sehen übertriebene Aufregung

Washington – Ein Foto, auf dem US-Präsidentenberaterin Kellyanne Conway mit Schuhen auf dem Sofa im Oval Office im Weißen Haus kniet, löste am Montagabend erstaunlich viel Empörung in sozialen Netzwerken aus. Das Foto der Nachrichtenagentur AFP zeigt Conway, wie sie in einem weinroten Kleid auf einem cremefarbenen Sofa in dem Präsidentenbüro sitzt. Vor ihr stehen eine Reihe von afroamerikanischen Universitätsvertretern rund um den ebenfalls stehenden Präsidenten Donald Trump. Dieser hatte die hochrangigen Hochschulvertreter in seinem Büro empfangen.

foto: apa/afp/brendan smialowski

Dass Conway sich salopp mit Schuhen aufs Sofa kniet, während alle anderen stehen, werteten viele als Zeichen der Respektlosigkeit. Der "Wall Street Journal"-Kolumnist Bret Stephens schrieb, wenn die Beraterinnen von Trumps Vorgänger Barack Obama sich wie Conway verhalten hätten, hätte dies wohl einen noch viel lauteren Aufschrei ausgelöst. "Wenn (Susan) Rice oder (Valerie) Jarrett so im Oval Office gesessen hätten, hätten sich die Konservativen wochenlang heiser geschrien."

Allerdings ergibt sich aus einem zweiten kurz danach aufgenommenen Bild, dass Conway versuchte, in dieser Position ein Foto der Gäste aufzunehmen.

foto: apa/afp/brendan smialowski

Während sich viele Liberale über Conway empörten, wurde auch vielfach Kritik an der Art der Debatte und der übertriebenen Aufregung geübt. Eine ähnliche Form der Entrüstung gab es bereits von konservativer Seite, als Barack Obama während seiner Amtszeit als US-Präsident mit Füßen auf dem Tisch oder beim Footballspielen im Weißen Haus zu sehen war. Chris Cilliza bezeichnete die Aufregung auf washingtonpost.com als "unglaublich dämlich" und forderte, sich auf wichtigere Themen zu konzentrieren wie Trumps Einreiseverbot oder die Kontakte seiner Regierung zu Russland.

Andere nahmen die Kontroverse wiederum mit Humor. "Hört auf, euch über mich lustig zu machen. Ich habe meine Beine beim 'Bowling Green Massaker' verloren", schreib etwa der britische Schauspieler David Schneider in Anspielung auf das von Conway in einem Interview erwähnte Massaker, das nicht stattgefunden hat.

(red, APA, 28.2.2017)

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