Mehr Veranstaltungen: Deutsche Orchestervereinigung sieht Trendwende

28. Februar 2017, 15:15
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18,2 Millionen Menschen besuchten in der Saison 2015/16 ein klassisches Konzert in Deutschland

Berlin – Die Deutsche Orchestervereinigung (DOV) sieht die klassische Musik im Aufwind. "Ich bin überzeugt, dass wir gerade den Beginn einer Trendwende im Klassikbereich erleben", sagte Geschäftsführer Gerald Mertens am Dienstag. So sei die Zahl der Veranstaltungen öffentlich geförderter Orchester und Rundfunkensembles 2015/16 verglichen mit der Vorsaison um zehn Prozent auf rund 13.800 gestiegen.

Die 5.800 Sinfonie- und Chorkonzerte nähmen dabei traditionell den Spitzenplatz ein, hieß es. Die musikpädagogischen Veranstaltungen hätten um mehr als 20 Prozent auf 5.100 zugelegt.

Mehr Besucher als beim Fußball

Laut Mertens wurden in Deutschland auch noch nie so viele Konzertsäle eröffnet, gebaut oder saniert wie heute. Konzerte, klassische Livemusik in Theatern und Klassik-Musikfestival hätten 18,2 Millionen Besucher angezogen – das seien etwa vierzig Prozent mehr, als bei den Spielen der ersten Fußball-Bundesliga. Der Anteil der 20- bis 29-jährigen Konzert-Besucher sei aktuell höher als die Gruppe von 50 bis 59 Jahren.

In Deutschland gibt es laut DOV 130 öffentlich finanzierte Konzert-, Theater-, Kammer- und Rundfunkorchester. 1992 bei der ersten gesamtdeutschen Erfassung waren es noch 168. Die Zahl der Planstellen für Orchestermusiker sank von 12.159 auf 9.816. (APA, 28.2.2017)

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